Adelaide [ˈædəleɪd] ist die Hauptstadt des Bundesstaates South Australia in Australien. Die Küstenstadt am Saint-Vincent-Golf wurde vom ersten Gouverneur des Staates, Captain John Hindmarsh (1785–1860), 1837 nach der britischen Königin Adelaide (Adelheid von Sachsen-Meiningen) benannt. Im Gegensatz zu Städten wie Sydney oder Hobart ging Adelaide nicht aus einer Sträflingskolonie hervor.
Die Stadt trägt wegen ihrer Kulturveranstaltungen, z. B. das Glenelg Jazz Festival oder das Adelaide Festival of Arts den Beinamen „festival city“. Ebenso wird Adelaide „city of churches“ (Stadt der Kirchen) genannt. Adelaide ist Austragungsort mehrerer sportlicher Veranstaltungen, so z. B. von 1985 bis 1995 des Großen Preises von Australien der Formel 1 auf dem Adelaide Street Circuit.
Die City of Adelaide ist der Stadtkern innerhalb des Parkrings (Adelaide Park Lands), unterteilt in Adelaide und North Adelaide. Sie hat 25.026 Einwohner (2021). Greater Adelaide mit den umliegenden zum städtischen Bereich gehörenden etwa 250 Orten zählt 1.387.290 Einwohner (Census 2021).
In einer Rangliste der Städte nach ihrer Lebensqualität belegte Adelaide im Jahre 2018 den 29. Platz unter 231 untersuchten Städten weltweit.
Adelaide liegt nördlich der Fleurieu-Halbinsel, zwischen dem Gulf Saint Vincent und dem Mount-Lofty-Gebirge. Die Stadt erstreckt sich 20 km von der Küste bis zu den Ausläufern des Gebirges. Nach den Angaben des australischen Amtes für Statistik (Australian Bureau of Statistics) hat die Metropolregion Adelaide eine Fläche von 870 km² und liegt durchschnittlich auf einer Höhe von 50 m. Der Mount Lofty ist mit 727 Metern der höchste Punkt der Metropolregion.
Vor der Besiedelung dieses Gebietes war Adelaide meist von Buschland bedeckt. An den Küstenabschnitten waren vorherrschend Sümpfe und Moore. Durch die Metropolregion fließen mehrere Flüsse und Bäche. Die größten Einzugsgebiete haben die beiden Flüsse River Torrens und Onkaparinga River. Für die grundlegende Wasserversorgung der Stadt sorgen mit einem Anteil von 40 % das Happy Valley Reservoir und mit 10 % das größere Mount Bold Reservoir.
Die Metropolregion Adelaide gliedert sich in 19 Local Government Areas (LGAs):
Adelaide hat ein mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern und kühlen Wintern. Im Durchschnitt liegen die Temperaturen zwischen Dezember und Februar bei etwa 28 °C, können jedoch bis über 40 °C klettern. Im Winter, also hauptsächlich im Juli und August, bewegen sie sich meist zwischen 5 °C und 15 °C. Von November bis Mitte April ist das Klima arid, von Mitte April bis Oktober humid. Eine gängige Bezeichnung der Stadt lautet „The dryest city in the dryest state of the dryest country of the dryest continent of the world“ (deutsch: Die trockenste Stadt im trockensten Staat des trockensten Landes des trockensten Kontinents der Welt).
Vor der Besiedlung durch Europäer lebten im Gebiet des heutigen Adelaide etwa 300 Aborigines des Kaurna-Stammes. Diejenigen, die die eingeschleppten Krankheiten überlebten, wurden später in der Gegend von Port Lincoln, weit außerhalb ihres angestammten Gebietes, angesiedelt.
Im Jahre 1627 kartographierte der Holländer Pieter Nuyts die Küste Südaustraliens, und 1802 wurden diese Küsten dann auch erforscht, dann allerdings durch die Briten. William Light, Surveyor-General von Südaustralien, plante die Stadt und bestimmte einen Ort etwa zehn Kilometer landeinwärts am River Torrens für den Bau der Hauptstadt der neuen Kolonie. Ihm sind auch die breiten Straßen im Schachbrettmuster und die großzügigen Parkanlagen zu verdanken. Gouverneur John Hindmarsh benannte die 1836 gegründete Stadt auf Anweisung aus dem britischen Königshaus nach Queen Adelaide, der aus Meiningen stammenden deutschen Prinzessin Adelheid von Sachsen-Meiningen (1792–1849) und Gemahlin des britischen Königs Wilhelm IV.
Im November 1838 versprach die Kolonie den Siedlern Religionsfreiheit. Ein Großteil der ersten Siedler waren protestantische Briten wie Baptisten, Presbyterianer und Methodisten, die in ihrer Heimat aufgrund der Nonkonformität ihres Glaubens mit dem der anglikanischen Kirche unter Repressalien gelitten hatten. 1839 kamen die ersten Altlutheraner aus Preußen nach Adelaide, die in ihrer Heimat Repressionen erfahren hatten und von König Friedrich Wilhelm III. verfolgt worden waren, weil sie sich der Zwangsvereinigung mit den Reformierten (Calvinisten) widersetzt hatten.
Ebenfalls 1839 wurde die Handelskammer von Adelaide (Adelaide Chamber of Commerce) gegründet und Land außerhalb des Stadtkerns zum Anbau von Nahrungsmitteln zur Verfügung gestellt.
Bedeutende Silber- und Kupferfunde in den frühen 1840er Jahren, später auch Bleifunde, sorgten für einen ersten Wirtschaftsboom. Australien wurde rasch zu einem der größten Metallexporteure des britischen Empire. Schnell entwickelten sich etwa 30 „Vorstädte“ wie Unley und Norwood außerhalb des Parkrings um Adelaide. Bereits 1851 betrug die Anzahl europäischer Siedler etwa 14.600.
Im Jahre 1856 wurde Port Adelaide mit Adelaide durch eine dampfbetriebene Bahn verbunden. Eine breit angelegte Wasserversorgung wurde 1861 installiert, die Gasversorgung 1863. 1872 wurde Adelaide als erste australische Stadt per Telegraf mit London verbunden. 1878 wurde mit dem Ausbau der Straßenbahn begonnen; durch Pferde gezogen verband sie dann mehrere Stadtteile. 1901 baute man ein Kraftwerk zur Versorgung der Einwohner.
Ein erneuter Wirtschaftsboom zwischen 1870 und 1890, diesmal aufgrund von Weizen, löste wiederum einen Bauboom aus. Viele der in dieser Zeit entstandenen Gebäude prägen heute das Gesicht der Stadt.
Im 20. Jahrhundert war ein Großteil der Einwanderer nach wie vor hauptsächlich Briten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bestand das Elder Park Migrant Hostel
für britische Migranten, aber auch Italiener und Griechen kamen hinzu. In den 1970er Jahren wanderten viele Vietnamesen und Lateinamerikaner zu. Neben Einwanderern aus vielen anderen Ländern der Welt prägten sie das Bild der Stadt und die Lebensart.
Adelaides Image als Kulturstadt hat seinen Ursprung in den 1970er Jahren. Der Premier Don Dunstan förderte das Festival der Künste (Adelaide Festival of Arts), wie auch die Gesetzgebung in South Australia.