An diesem Tag

Adam Struensee

Deutscher evangelischer Theologe und Generalsuperintendent

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Adam Struensee (* 8. September 1708 in Neuruppin; † 20. Juni 1791 in Rendsburg) war ein deutscher evangelischer Theologe und Theologieprofessor an der Universität Halle (Saale); sowie Generalsuperintendent von Schleswig-Holstein. Der Arzt, Reformer und dänische Staatsminister Johann Friedrich Struensee (1737–1772) war einer seiner Söhne.

Struensee war Angehöriger der Familie Struensee sowie der Sohn des Neuruppiner Stadtverordneten und Tuchmachermeisters Lorenz Struensee (* 1656) und dessen Frau Elisabeth Thomschläger. Seine erste Ausbildung erhielt er an der Stadtschule in Neuruppin. Ab 1724 besuchte er die Saldria in Brandenburg an der Havel. 1727 studierte er in Halle, wechselte aber nach dem Tod von August Hermann Francke 1728 an die Universität Jena, wo er Johann Franz Buddeus hörte. 1730 wurde er als Hofprediger nach Berleburg berufen. Dort heiratete er Maria Dorothea (1716–1792), die Tochter des radikal pietistischen Leibarztes Johann Samuel Carl. In Berleburg kam er u. a. in Berührung mit Nikolaus Ludwig von Zinzendorf und Johann Konrad Dippel.

Schon 1732 verließ er Berleburg wieder, um Pastor der Laurentiuskirche in Halle und Professor am dortigen Gymnasium zu werden. Noch im selben Jahr wurde Adam Struensee Pfarrer an der Moritzkirche. Wie schon in Berleburg erlebte er auch hier Konflikte zwischen unterschiedlichen theologischen Richtungen, der lutherischen Orthodoxie, dem Franckeschen Pietismus, vertreten durch Francke Schwiegersohn Johann Anastasius Freylinghausen, und dem Herrnhuter August Gottlieb Spangenberg. Struensee blieb neutral und erwarb sich damit und mit seinen Predigten Anerkennung. 1739 wurde er zu Freylinghausens Nachfolger als Pastor der St.-Ulrich-Kirche, 1749 Pastor der Marienkirche und Professor an der Universität, wo er Vorlesungen über Moral und Exegese hielt. Anlässlich seines Abschiedes wurde ihm die Ehrendoktorwürde verliehen.

Nachdem er mehrere Stellenangebote ausgeschlagen hatte, folgte er 1757 der Berufung als Konsistorialrat und Propst in Altona. Auch dort war seine Amtsführung von Toleranz gegen religiöse Separatisten geprägt. Ab 1759 war Struensee für mehr als 30 Jahre königlicher Generalsuperintendent der Herzogtümer Schleswig und Holstein. Während dieser Jahrzehnte versuchte er, die Kirche in seinem Amtsgebiet vom Einfluss der Aufklärung frei zu halten. Im Sinne des Königs Friedrich V. sorgte er für die Besetzung der Pfarrstellen mit guten, der Neologie unverdächtigen Predigern. Die Königliche Dänische Ackerakademie des Philipp Ernst Lüders ließ er nach nur vier Jahren 1767 wieder schließen, weil die Beschäftigung der Pastoren mit Landwirtschaft in seinen Augen zu weltlich war. Gleichzeitig förderte er das Schulwesen und vor allem Hochdeutsch als Schul- und Kirchensprache. Darin genoss er das Vertrauen des Staatsministers Johann Hartwig Ernst von Bernstorff, der jedoch 1770 von Struensees Sohn Johann Friedrich Struensee im Zuge seiner einer radikalen Aufklärung entsprechenden Reformen entlassen wurde.

Als Johann Friedrich Struensee 1772 verhaftet wurde, schrieb sein Vater ihm einen Abschiedsbrief. Zum Zeitpunkt der Hinrichtung des Sohnes hielt er sich mit seiner Frau in Ulsnis auf. Sein Ansehen litt nicht unter dem Scheitern seines Sohnes, auch wenn das Verhältnis zu dem neuen deutschen Kanzler Andreas Peter von Bernstorff nicht ganz so eng war wie zu dessen Onkel. Nach dem Tod seines Sohnes förderte er trotz seiner Skepsis gegenüber Zinzendorf den Aufbau der herrnhutischen Siedlung Christiansfeld, deren Gründung einer der letzten Befehle war, die Johann Friedrich Struensee im Namen von Christian VII. gab. Trotz seiner Abneigung gegen die Aufklärungstheologie gab er seine Zustimmung zum von Johann Andreas Cramer verfassten Gesangbuch und Katechismus, die Einführung liturgischer Neuerungen wurde jedoch bis zu seinem Tod verhindert. Erst unter seinem Nachfolger Jacob Georg Christian Adler erschien eine aufgeklärte Agende in Schleswig-Holstein.

Aus seiner 1732 geschlossenen Ehe mit Maria Dorothea, die einzige Tochter des gräflichen Leibarztes in Berleburg und späteren dänischen Justizrates Johann Samuel Carl, stammen sieben Kinder:

Sophie Elisabeth Struensee (* 14. April 1733; † 1768), heiratete ihren Cousin Samuel Struensee

Carl August Struensee von Carlsbach (* 18. August 1735 in Halle; † 17. Oktober 1804 in Berlin), preußischer Finanzminister

Johann Friedrich Struensee (* 5. August 1737 in Halle; † 28. April 1772 in Kopenhagen), Arzt, Staatsminister, Reformer und Regent von 1770 bis 1772 in Dänemark

Samuel Adam Struensee (* 1. Oktober 1739 in Halle; † jung)

Maria Dorothea Struensee (* 12. März 1744 in Halle; † 1820), heiratete Wilhelm Alexander Schwollmann

Johanna Henrietta Struensee (* 3. September 1745 in Halle; † jung)

Gotthilf Christoph Struensee (* 12. Dezember 1746 in Halle; † 3. April 1829 in Neu-Schönwalde, Kreis Elbing, Westpreußen), Bankdirektor in Elbing

Struensee veröffentlichte vor allem in seinen Jahren in Halle. Zu seinen Werken zählen ein Gesangbuch, das noch 100 Jahre nach seinem Tod erneut aufgelegt wurde, viele Predigten und Erbauungsschriften, aber auch mehrere Vertheidigungs-Schreiben gegen einen Gräf. Zinzendorfischen Brief und exegetische Werke.

Jesus, der Zerstörer des Reichs der Finsterniß für uns und in uns, eine Predigt. Berleburg 1730

Der Unterschied der Bekehrten und Unbekehrten, eine Predigt. Berleburg 1730

Das freundliche Bewillkommen einer bussfertigen Seele bey dem Herrn Jesu; eine Predigt. Halle 1735

Der Wille Gottes nach dem sechsten Gebot, eine Predigt. Halle 1735, Altona 1771

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