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Adam Orleton

Englischer Geistlicher, Politiker und Diplomat

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Adam Orleton (* um 1275; † 18. Juli 1345 in Farnham Castle) war ein englischer Geistlicher, Politiker und Diplomat. Ab 1317 war er Bischof von Hereford, ehe er 1327 Bischof von Worcester und dann 1333 Bischof von Winchester wurde.

Adam Orleton wurde vermutlich nicht in Orleton, wonach er benannt wurde, sondern im nahe gelegenen Hereford geboren. In Hereford lebten Ende des 13. Jahrhunderts mehrere Orletons, darunter William Orleton, der Bürgermeister der Stadt wurde. Es wird vermutet, dass die Brüder John und Thomas Trillek, die später auch zu Bischöfen aufstiegen, Neffen von Orleton waren. Wahrscheinlich studierte er in Oxford. Vor 1302 erlangte er einen Abschluss als Master. 1305 brauchte er sein Amt als Rektor von Wotton in Buckinghamshire für drei Jahre nicht auszuüben, damit er weiter studieren konnte. Vor 1310 hatte er den Titel eines Doktors des kanonischen Rechts erworben.

Aufstieg als Geistlicher und Dienst als Diplomat

Angeblich wurde Orleton von Edmund Mortimer, Lord of Wigmore gefördert, was aber nicht belegt werden kann. Vor 1302 gehörte er zum Haushalt von Robert Lewyse aus Gloucester, dem Kanzler der Diözese Hereford. 1307 wird Orleton erstmals als Beamter im Dienst der Krone erwähnt, dabei diente er wohl von Beginn an als Diplomat. In diesem Jahr gehörte er einer Gesandtschaft zur Kurie in Avignon an, die die Kanonisation von Thomas de Cantilupe vorantreiben sollte. Möglicherweise hatte die Gesandtschaft auch das Ziel, den Papst dazu zu bewegen, den königlichen Treasurer Walter Reynolds zum Bischof von Worcester zu ernennen. Tatsächlich ernannte Papst Clemens V. im Februar 1308 Reynolds zum Bischof von Worcester, und 1309 gehörte Orleton zum Gefolge von Reynolds. Im selben Jahr gehörte Orleton wieder einer Gesandtschaft zur Kurie an, die die Aufhebung der von Erzbischof Winchelsey verhängten Exkommunikation des königlichen Günstlings Piers Gaveston durch den Papst erreichte. Danach hatte Orleton die Aufgabe, die Unterbringung der englischen Delegation während des Konzils von Vienne zu organisieren. Dazu sollte er den Papst überzeugen, die 1311 auf Druck einer Adelsopposition erlassenen Ordinances zu annullieren. Um diese Zeit ernannte ihn Clemens V. zum Päpstlichen Kaplan.

Zwischen 1312 und 1315 war Orleton Offizial der Diözese Winchester, wobei er jedoch häufig andere Aufgaben ausübte. 1313 vertrat er beispielsweise während einer Provinzialsynode Richard Swinfield, den Bischof von Hereford, und im November 1313 unterstützte er den Ritter Gilbert Middleton, der an der Universität Oxford einen Streit zwischen den geistlichen Dozenten, die dem Dominikanerorden angehörten, und den weltlichen Dozenten beilegen sollte. Ab 1314 war Orleton ständiger Vertreter von König Eduard II. bei der Kurie in Avignon. Dort verhandelte Orleton mit Papst Johannes XXII. unter anderem weiter über die Annullierung der Ordinances und über die Gültigkeit von Waffenstillständen im Krieg mit Schottland. Im März 1317 unterstützte er eine königliche Gesandtschaft, die mit dem Papst aushandelte, dass der König einen Kredit aus den Erträgen einer Steuer erhielt, die in England zur Finanzierung eines Kreuzzugs erhoben worden war.

Politische Tätigkeit als Bischof

Bis 1317 hatte Orleton im Vergleich zu anderen Geistlichen nur wenige Pfründen für seine Dienste erhalten. Er hatte die Rektorate von Wotton in der Diözese Worcester und Acle in der Diözese Norwich erhalten, dazu Pfründen an den Kathedralen von Wells und Hereford. In Avignon diente Orleton aber auch Johannes XXII., der ihn nach 1314 zum päpstlichen Auditor und zum päpstlichen Kaplan ernannte. Am 15. Mai 1317 ernannte ihn der Papst zum Bischof der Diözese Hereford, obwohl Eduard II. den Papst drängte, den Höfling Thomas Charlton zum Bischof zu ernennen. Bereits am 22. Mai wurde Orleton in Avignon zum Bischof geweiht. Der König war über die Ernennung seines Gesandten anstelle seines Kandidaten zum Bischof zunächst äußerst erzürnt. Dennoch übergab er Orleton im Juli 1317, einen Tag nachdem dieser den König in Nottingham erreicht hatte, die Temporalien der Diözese und nahm ihn wieder in seine Gunst auf.

Rolle während des Despenser War und bei der Rebellion des Earl of Lancaster

In England wurde Orleton rasch in den Konflikt zwischen dem König und dem mächtigen Earl of Lancaster verwickelt. Er gehörte zu den zwölf Bischöfen, die aktiv an einer Verständigung zwischen den beiden Kontrahenten arbeiteten. Im April 1318 war er einer der sechs Bischöfe, die in Leicester zusammen mit Lancaster einen Entwurf für eine Einigung aushandelten, die dann im August zum Vertrag von Leake führte. Orleton wurde danach Mitglied des neuen, ständigen Staatsrats, der gemäß dem Vertrag gebildet wurde. Daneben diente Orleton dem König weiter als Diplomat, wobei er dank seines Ranges als Bischof nun oft als Führer der Gesandtschaften diente. Nachdem er bereits im Juni 1318 als Gesandter nach Frankreich gereist war, diente er 1319 wieder als Gesandter am Papsthof in Avignon, wo er weiter auf die Heiligsprechung von Thomas of Cantilupe drängte. Im Februar 1320 kehrte er mit acht päpstlichen Bullen nach England zurück, darunter mit zweien, in denen Kirchenstrafen gegen den schottischen König Robert Bruce verkündet wurden. Im April 1320 war Orleton wieder in Avignon, wo Thomas of Cantilupe am 17. April heiliggesprochen wurde. Auf seiner Rückreise traf er Eduard II. und Königin Isabelle, als sie in Amiens dem französischen König für den Besitz der Gascogne huldigten. 1321 reiste er erneut zum französischen Königshof, um über Angelegenheiten in der Gascogne zu verhandeln, doch als er im April 1321 nach London zurückkehrte, begann wenig später der Despenser War, eine Rebellion der Marcher Lords gegen den Einfluss der königlichen Günstlinge Hugh le Despenser und dessen gleichnamigen Vater Hugh le Despenser der Ältere. Als Geistlicher nahm er nicht offen an der Rebellion teil, doch im Mai unterstützte er Roger Mortimer of Wigmore, mit dem er schon länger in Kontakt war, mit Soldaten aus seiner Diözese.

Nachdem der König ab Herbst 1321 militärisch gegen die Rebellen vorging, schloss Orleton auch ein Bündnis mit dem Earl of Hereford. Die uneinigen Rebellen konnten jedoch bis März 1322 vom König besiegt werden. Der König ließ zahlreiche Anführer hinrichten, darunter auch seinen Cousin Lancaster. Bereits Ende Januar 1322 hatte der König, als er Hereford erreichte, Orleton beschuldigt, die Rebellen unterstützt zu haben. Während der König jedoch den Papst bat, die Bischöfe John Droxford und Henry Burghersh zu suspendieren und ins Exil zu schicken, wurde Orleton nicht weiter beschuldigt und konnte im Mai 1322 an dem Parlament in York teilnehmen, mit dem der König seinen Sieg festigte. Das Verhältnis von Orleton zum König war zwar belastet, doch im Mai 1323 hoffte Orleton, dass ihm der König bald vollständig verzeihen würde. Als jedoch Anfang August 1323 der Rebell Roger Mortimer of Wigmore, der sich im Januar 1322 ergeben hatte, aus dem Tower of London flüchten konnte, ließ der König Orletons Beteiligung am Despenser War untersuchen. Im Februar 1324 wurde Orleton vor dem Parlament in Westminster angeklagt, die Rebellion von Mortimer mit Pferden, Männern und Waffen unterstützt zu haben. Orleton widersprach den Beschuldigungen und erklärte, dass er als Bischof nicht der königlichen, sondern der geistlichen Gerichtsbarkeit unterstand. Daraufhin übergab ihn der König der Aufsicht von Erzbischof Walter Reynolds. In Hereford ließ der König die Vorwürfe von einer Jury untersuchen, der erklärte Gegner von Orleton angehörten. Henry of Lancaster, der Bruder des hingerichteten Earl of Lancaster, versuchte Orleton zu verteidigen, doch der König beschlagnahmte im März 1324 die Temporalien von Orletons Diözese und behielt sie in seiner Verwaltung. Trotz des Drängens des Königs auf eine Verurteilung Orletons durch ein geistliches Gericht wurde dieses Verfahren durch andere Bischöfe verzögert, während der König ab Oktober 1325 den Verkauf von Vieh, Vorräten und Gegenständen von Orletons Gütern befahl.

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