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Adam Duncan, 1. Viscount Duncan

Britischer Admiral und Seeheld

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Adam Duncan, 1. Viscount Duncan (* 1. Juli 1731 in Dundee, Angus, Schottland; † 4. August 1804 in Cornhill-on-Tweed, Northumberland, England) war ein britischer Marineoffizier.

Als Befehlshaber der Nordseeflotte schlug er in der Seeschlacht bei Camperduin (nördlich von Haarlem, Nordholland, engl.: Camperdown) am 11. Oktober 1797 die niederländische Flotte vernichtend. Er erzielte damit einen der bedeutendsten britischen Seesiege des 18. Jahrhunderts und einen der bemerkenswertesten Siege der gesamten Marinegeschichte, ist aber im Schatten der nur wenige Jahre danach erfolgten Siege Nelsons heute in der Öffentlichkeit fast vergessen.

Duncan wurde 1731 als zweiter Sohn des Alexander Duncan, Gutsherr von Lundie in Forfarshire und Helen Haldane, Tochter von John Haldane, Gutsherr von Gleneagles, geboren. Sein Vater war Provost von Dundee und stand 1745 während des Jakobitenaufstandes auf der Seite der Royalisten. Adam trat 1746, etwa im Alter von 15 Jahren, auf der Sloop Trial, unter der Aufsicht seines Cousins mütterlicherseits, Lieutenant Robert Haldane († 1761), in den Marinedienst ein. Er blieb bis zum Frieden von 1748 bei seinem Cousin, zunächst auf der Trial, dann auf der Fregatte Shoreham, deren Captain Haldane im Februar 1748 wurde.

Unter Keppel im Siebenjährigen Krieg

Für eine historische Einordnung der in diesem Abschnitt genannten Kampfhandlungen, siehe den Hauptartikel Siebenjähriger Krieg.

1749 wechselte Duncan als Midshipman auf die Centurion, Commodore Hon. Augustus Keppels Flaggschiff im Mittelmeer. Keppel nahm sich des jungen Offiziers an und wurde für die nächsten Jahre sein wichtigster Förderer. Als Keppel 1755 General Edward Braddock und seine Truppe nach Nordamerika beförderte, sorgte er dafür, dass Duncan Lieutenant auf der HMS Norwich (50 Geschütze) wurde (10. Januar 1755). Nach der Ankunft in Nordamerika wechselte Duncan wieder auf die Centurion.

Im August 1755 folgte er Keppel auf die Swiftsure und im Januar 1756 auf die Torbay, auf der er bis zu seiner Beförderung zum Commander (21. September 1756) blieb. Auf ihr nahm er an der Eroberung Gorées 1758 und der Blockade von Brest 1759 teil und wurde dann im Oktober 1759 Kommandant der Royal Exchange. Durch diese Versetzung war Duncan an der zwei Wochen darauf stattfindenden Seeschlacht in der Bucht von Quiberon nicht beteiligt, in der die britische Flotte unter Edward Hawke die von Conflans geführten Franzosen schlug.

Die Royal Exchange war ein mitsamt der Besatzung gecharterter Kauffahrer, mit dem Duncan im Konvoidienst segelte. Die Besatzung bestand vornehmlich aus Halbwüchsigen und Ausländern, die kaum Englisch sprachen, und nicht bereit waren, sich der strengen Disziplin der Navy zu unterwerfen. Vermutlich führten die daraus entstehenden Differenzen mit den Eignern dazu, dass das Schiff schon im April 1760 wieder abgemustert wurde. Duncan erhielt zunächst kein weiteres Kommando, bis er am 25. Februar 1761 zum Captain befördert wurde und als Keppels Flaggkapitän auf die HMS Valiant (74 Geschütze) ging. Auf ihr hatte er großen Anteil an der Eroberung der Belle-Île im Juni 1761 und Havannas im August 1762.

Nach dem Friedensschluss im Februar 1763 kehrte Duncan nach Großbritannien zurück. Da er gesundheitlich angeschlagen war, verbrachte er die nächsten drei Jahre meist in den Kurorten Bath und Cheltenham. Er erhielt in der nun folgenden, mehr als ein Jahrzehnt währenden Friedensperiode, – wie so viele Marineoffiziere – trotz wiederholter Gesuche kein Kommando mehr (→ Halbsold).

Duncan kehrte nach dem Tod seines Vaters nach Dundee zurück, unterstützte seine verwitwete Schwester bei der Erziehung ihrer drei Kinder und besuchte seine ebenfalls kürzlich verwitwete angeheiratete Tante, Lady Mary Duncan, in Italien. Am 6. Juni 1777 heiratete er die 18 Jahre jüngere Henrietta Dundas (1748/1749–1832), Tochter des Juristen Robert Dundas aus Arniston, Lordpräsident des Court of Session, und Nichte des einflussreichen Politikers Henry Dundas, Lord Advocate von Schottland, später Viscount Melville. Die Ehe wurde trotz des Altersunterschiedes sehr glücklich und brachte viele Kinder hervor, von denen aber nicht alle das Erwachsenenalter erreichten.

Krieg mit den amerikanischen Kolonien

Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg brachte Duncan endlich die lange ersehnte neue Verwendung, zu der auch die Verbindung mit der einflussreichen Familie Dundas das Ihre beigetragen haben mag. Im Mai 1778 erhielt er das Kommando über die HMS Suffolk (74 Geschütze) in der Kanalflotte unter Admiral Keppel, von der er im Dezember auf die Monarch (ebenfalls 74 Geschütze) wechselte.

Im Januar 1779 nahm er widerstrebend am Militärgerichtsverfahren gegen Keppel, seinen Mentor, teil und versuchte mehrfach, in den Lauf des Verfahrens einzugreifen und es zu Gunsten Keppels zu beeinflussen, der schließlich freigesprochen wurde. Die Admiralität unter Lord Sandwich war deswegen bestrebt, ihn von dem für den April einberufenen Verfahren gegen Sir Hugh Palliser, Sandwichs Günstling und Keppels Gegner, fernzuhalten und sandte die Monarch am Tag, bevor das Gericht zusammentreten sollte, nach St. Helens. Da aber die Besatzung sich weigerte, die Anker zu lichten, bevor sie nicht bezahlt worden war, wurde die Monarch in Portsmouth zurückgehalten, und Duncan nahm, sehr zum Missfallen der Admiralität, auch an diesem Verfahren teil (Considerations on the Principles of Naval Discipline, 1781, p. 106n.).

Für die Hintergründe des Prozesses gegen Keppel siehe den Hauptartikel Augustus Keppel, 1. Viscount Keppel

Während des Sommers 1779 segelte die Monarch mit der Kanalflotte unter Sir Charles Hardy und gehörte im Dezember zum Geschwader von Admiral George Rodney, 1. Baron Rodney, mit dem sie an der Entsetzung Gibraltars teilnahm und bedeutenden Anteil an dem Gefecht vor Kap St. Vincent am 16. Januar 1780 hatte, in dem Rodney das spanische Blockadegeschwader vor Gibraltar besiegte (→ Seeschlacht bei Kap St. Vincent (1780)).

Nach der Rückkehr nach Großbritannien verließ Duncan die Monarch und hatte zunächst kein neues Kommando, bis der Regierungswechsel im März 1782 Keppel als Ersten Lord an die Spitze der Admiralität brachte. Duncan erhielt die HMS Blenheim (90 Geschütze) und kommandierte sie während des Jahres in der Grand Fleet unter Howe. Er nahm an der Entsetzung Gibraltars und dem Treffen mit der vereinten französisch-spanischen Flotte vor Kap Spartel im Oktober teil. Kurz bevor die Blenheim zu den Westindischen Inseln segelte, verließ er das Schiff, übernahm die HMS Foudroyant (84 Geschütze) von Sir John Jervis und kommandierte nach dem Friedensschluss für drei Jahre die HMS Edgar (74 Geschütze), die als Wachschiff vor Portsmouth kreuzte.

Am 24. September 1787 wurde Duncan zum Flaggoffizier (Rear-Admiral of the Blue) befördert, erhielt aber wegen des Friedens kein Kommando und verbrachte die meiste Zeit in Edinburgh, wo er für seine Familie ein Haus gekauft hatte. Die weiteren Beförderungen erfolgten schnell, Vice-Admiral of the Blue am 1. Februar 1793 und Vice-Admiral of the White am 12. April 1794, aber obwohl 1793 die Feindseligkeiten mit Frankreich ausgebrochen waren (Erste Koalition, → Koalitionskriege), sollte Duncan noch bis zum übernächsten Jahr ohne Verwendung bleiben.

Blockade der niederländischen Küste und Schlacht vor Kamperduin

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