An diesem Tag

Achsenmächte

Gruppe verbündeter Staaten während des Zweiten Weltkrieges

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Als Achsenmächte bezeichnet man zunächst die Mächte der „Achse Berlin–Rom“ – eine Bezeichnung, die auf eine Absprache zwischen Adolf Hitler und Benito Mussolini am 25. Oktober 1936 zurückgeht. Sie begründete eine Zusammenarbeit zwischen dem NS-Staat und dem faschistischen Italien. Die Kapitulation Italiens 1943 beendete diese Zusammenarbeit. Im Zusammenhang des Zweiten Weltkriegs verstand man unter den „Achsenmächten“ das Deutsche Reich und seine Bündnispartner Italien und Japan. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht beherrschten die Achsenmächte und ihre Verbündeten große Teile Europas, Nordafrikas, Ostasiens und des Westpazifiks.

Die Kriegsgegner dieses Bündnisses werden als die Alliierten unter den kriegführenden Staaten des Zweiten Weltkriegs bezeichnet, die damals global agierende Kriegskoalition trat als Anti-Hitler-Koalition auf.

Im November 1936 gelang es dem Deutschen Reich, Japan mit dem Antikominternpakt als weiteren Verbündeten zu gewinnen. Italien trat ihm im November 1937 bei. Die „Achse Berlin–Rom“ wurde durch den Stahlpakt (1939) auch zum förmlichen Bündnis. Seit dem Abschluss des auf Initiative Hitlers geschlossenen Dreimächtepakts (1940) zwischen dem Deutschen Reich, dem Kaiserreich Japan und dem Königreich Italien wurde – auch von den Vertragspartnern – von der „Achse Berlin–Rom–Tokio“ gesprochen.

Vom Auswärtigen Amt wurde von 1939 bis 1944 die aufwendig gestaltete und zweisprachig (deutsch/italienisch) erscheinende propagandistische Zeitschrift Berlin Rom Tokio herausgegeben, die der Zusammenarbeit dieser drei Staaten publizistischen Ausdruck gab.

Freundschaftsvertrag Berlin–Rom (1936)

Die Bezeichnung Achsenmächte geht auf eine Rede Benito Mussolinis am 1. November 1936 zurück, worin er von einer „Achse Berlin–Rom“ sprach, der am 25. Oktober 1936 ein geheimer Freundschaftsvertrag zwischen Italien und dem Deutschen Reich vorausgegangen war. Mussolini erklärte, dass die beiden Länder eine „Achse“ bilden würden, um welche sich die anderen europäischen Staaten drehen würden.

Geschlossen wurde dieses Abkommen, als das faschistische Italien – Deutschland ursprünglich keineswegs freundlich gesinnt – sich aufgrund des Äthiopienkriegs der Kritik des Völkerbundes ausgesetzt sah, von Deutschland jedoch Beistand erhielt (der Zusammenschluss Italiens mit Großbritannien und Frankreich von Stresa im April 1935 hatten nur zwei Monate gehalten).

Der Historiker Karsten Krieger glaubt, dass Hitler mit dem „Achsen“-Bündnis bezweckte, Großbritannien zu einer Annäherung an das Deutsche Reich zu bewegen, während Mussolini damit das Gegenteil beabsichtigt habe: Er habe die Achse abgeschlossen, um eine solche engere deutsch-britische Zusammenarbeit zu verhindern, die den italienischen Interessen in Afrika im Wege stehen konnte. Laut dem Historiker Klaus Hildebrand hatte die Achse „Aushilfs-, ja Ersatzcharakter“ in Bezug auf das ursprünglich von Hitler angestrebte antikommunistische Bündnis mit Großbritannien.

Die Achse war in erster Linie ein Element der Propaganda beider Länder. Auch nachdem sie mit dem Stahlpakt zu einem Militärbündnis ausgeweitet worden war, kam es kaum zu einer konkreten Zusammenarbeit. Er wurde in Form eines Freundschafts- und Bündnisvertrages von den Außenministern beider Länder, Joachim von Ribbentrop und Galeazzo Ciano, im Beisein Hitlers am 22. Mai 1939 in Berlin unterzeichnet.

In der Praxis zeigte sich bald, dass die militärische und rüstungspolitische Zusammenarbeit zwischen Berlin und Rom trotz des Paktes von einem Konkurrenzverhältnis geprägt war – was die Forschung unter dem Schlagwort „Kooperation als Machtkampf“ zusammengefasst hat. Nach dem italienischen Kriegseintritt, als das Bündnis sich im Krieg bewähren musste, wurde rasch deutlich, dass es den Achsenpartnern nicht gelang, effektiv zusammenzuarbeiten:

„Italienische Wünsche und deutsche Hilfsangebote griffen selten ineinander. Es gelang nicht, die potentielle Kraft, welche die Koalition im Grunde bot, zum Einsatz zu bringen. Mythos und Realität des Bündnisses klafften radikal auseinander. Mit den italienischen Niederlagen drängten sich diese Mängel zunehmend in den Vordergrund. Die Sachzwänge des Koalitionskrieges brachten es mit sich, dass der vielfach beschworene Zusammenhalt des Bündnisses einerseits zusehends an Substanz verlor, während Deutschland und Italien auf der anderen Seite de facto zu einer ‚vermeintlich alternativlosen Notgemeinschaft‘ zusammenwuchsen. Das ineffektive Angebot- und Nachfragespiel des Herbst 1940, in welchem die Koalitionspartner stets die Unterstützung boten oder forderten, die nicht gefragt oder genehmigt wurde, ist beispielhaft für das gegenseitige Misstrauen und die blockierte Zusammenarbeit innerhalb der ‚Achse‘.“

Am 27. September 1940 schlossen die Achsenmächte den Dreimächtepakt:

Das Deutsche Reich unter seinem „Führer“ Adolf Hitler und während der letzten Kriegstage unter Reichspräsident Karl Dönitz;

Italien, zunächst als korporativ verfasstes nationalistisches Königreich Italien (1922–1943), danach als Republik von Salò unter „Il Duce“ Benito Mussolini – bis zu seinem Sturz im Juli 1943 regierte er im Namen Königs Viktor Emanuel III. (der Mussolini-treue König entließ den Duce und ließ ihn verhaften, sein Nachfolger wurde Pietro Badoglio). Am 13. Oktober 1943 trat das übrige Italien mit der Kriegserklärung an das Deutsche Reich auf Seiten der Anti-Hitler-Koalition dem Krieg wieder bei.

das Japanische Kaiserreich unter Kaiser Hirohito und den Premierministern Konoe Fumimaro, Tōjō Hideki und während der letzten Kriegstage Koiso Kuniaki und Suzuki Kantarō.

Kurzzeitig erhielt der Vorname Roberto eine neue Bedeutung als Akronym von Rom-Berlin-Tokio. Zuletzt betonten Achsenvertreter damit am 16. Januar 1942 ihre Partnerschaft und prägten diese Losung.

Im Selbstverständnis von US-Präsident Franklin D. Roosevelt handelte es sich bei der Auseinandersetzung mit den Achsenmächten Deutschland, Italien und Japan nicht nur um einen Konflikt zwischen den „Habenden“ (beati possidentes) und den drei weltpolitischen und kolonialen „Habenichtsen“. Für ihn war es ein „epochaler Kampf um die zukünftige Gestalt der Welt zwischen Aggressoren und friedlichen Nationen, zwischen liberaler Demokratie und Faschismus […], zwischen Gut und Böse“, um sowohl die „Neuen Ordnungen“ in Europa und Asien zu zerstören als auch die USA als zukünftige Weltmacht zu positionieren.

Länder, die sich im Dreimächtepakt mit dem nationalsozialistischen Deutschland verbündeten, gelten als Verbündete der „Achse“. Diesem Vertrag zwischen den Achsenmächten Deutschland, Italien und Japan vom September 1940 schlossen sich kurz darauf eine Reihe weiterer europäischer Länder an. Ungarn, Rumänien und die Slowakei traten noch 1940 bei, Bulgarien 1941. Jugoslawien unterzeichnete zwar am 25. März 1941 den Dreimächtepakt, ratifizierte diesen aber nach dem Staatsstreich vom 27. März nicht und wurde im Balkanfeldzug von den Achsenmächten zerschlagen. Der daraufhin gebildete Unabhängige Staat Kroatien trat im Juni 1941 dem Pakt bei. Während des Zweiten Weltkriegs war Achsenmächte die Bezeichnung für alle mit dem Deutschen Reich verbündeten Staaten.

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