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Abu Dhabi

Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate

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Abu Dhabi ([ˈabu ˈdaːbi], arabisch أبو ظبي, DMG Abū Ẓaby [ɐˈbuˈðˤɑbj] ‚Vater der Gazelle‘) ist die Hauptstadt des Emirats Abu Dhabi und der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).

Der Kern der Stadt mit ihren über 1,5 Millionen Einwohnern befindet sich auf einer 70 Quadratkilometer großen Insel im Persischen Golf, im Mangrovengürtel. Mit dem Festland verbunden ist sie durch die Mussafa-Brücke, die al-Maqtaa-Brücke, die Sheikh-Zayed-Brücke und die Sheikh-Khalifa-Brücke.

Die Hauptinsel ist von einem Kranz künstlich erweiterter oder neu aufgespülter Inseln umgeben, die zurzeit erst zum Teil bebaut sind und das Siedlungsgebiet erweitern.

An der dem offenen Meer zugewandten nordwestlichen Flanke der Insel befindet sich die Corniche, an der seit 2003 weiter Land gewonnen wurde. Am Nordende der Corniche befindet sich ein etwa ein Kilometer breiter und fünf Kilometer langer Streifen, der aufgrund seiner verdichteten Bebauung als Stadtzentrum betrachtet werden kann.

Acht Kilometer westlich liegt die Insel Al-Futaisi.

Die Gründung der Siedlung Abu Dhabi auf der gleichnamigen küstennahen Insel geht zurück auf das Jahr 1761, als Angehörige des Stammes der Bani Yas, die ursprünglich in der Liwa-Oase beheimatet waren, durch Zufall ein Süßwasservorkommen entdeckten. Dies führte zur Errichtung einer kleinen Siedlung mit 20 Hütten. Es war die erste permanente Küstensiedlung der Bani Yas.

Bis in die 1960er Jahre bestand die bis dahin kleine Inselstadt aus einfachen Bauten, teilweise ohne Elektrizität, Kanalisation und Kraftfahrzeuge. Die Haupteinnahmequellen waren Fischerei, auch mit Perlenfischerei, sowie der Anbau von Datteln. Der Beginn der Erdölförderung änderte diese Umstände schlagartig, Abu Dhabi wurde ab den 1970er Jahren mit einem schachbrettartigen Masterplan zu einer modernen Metropole ausgebaut. Der Plan sah eine für damalige Verhältnisse hohe Einwohnerzahl von 600.000 vor, welche nach nur 20 Jahren erreicht wurde; das Wachstum weicht nun auf künstliche Inseln und das Küstenvorland aus.

Abu Dhabi hat seit 1981 einen neuen internationalen Flughafen. Er befindet sich 30 Kilometer außerhalb der Stadt auf dem Festland an der Hauptautobahn zwischen Abu Dhabi und Dubai; entworfen von den Architekten, die für den Bau des Flughafens Paris-Charles-de-Gaulle verantwortlich waren. Der bis dahin gemischt betriebene Flugplatz Al-Bateen, der sich auf der Abu-Dhabi-Insel befindet, wurde danach zunächst ausschließlich vom Militär und von der Herrscherfamilie genutzt. Seit 2008 wird er als Geschäftsflugplatz für Privatjets betrieben. Das Emirat verfügt über einen weiteren internationalen Flughafen in der Oasenstadt al-Ain, der jedoch im Fernverkehr nur von einer britischen TUI-Tochter angeflogen wird.

Regierung und Herrscherfamilie

Scheich Muhammad bin Zayid Al Nahyan ist derzeit Herrscher im Emirat Abu Dhabi. Er ist Sohn des 2004 verstorbenen Scheichs Zayid bin Sultan Al Nahyan, des ersten Präsidenten der VAE.

Abu Dhabi zählt aufgrund des rasanten Wachstums seit 1980 zu den modernsten Städten weltweit. Daher präsentiert die Stadt überwiegend ein neues Gesicht. Architektonisch markante Hochhäuser wie das Capital Plaza (zum Teil mit arabischen Elementen) und großzügig ausgebaute Straßen prägen das Stadtbild. Dazwischen sind einige wenige Spuren aus früheren Jahrhunderten, wie das Fort Qasr al-Husn, traditionelle Gebäude, Wohnpaläste und unzählige, meist neu erbaute Moscheen zu finden, deren bedeutendste die Scheich-Zayid-Moschee darstellt. Charakteristisch für die Stadt sind die vielen kleinen Geschäfte im Erdgeschoss der Gebäude, die bisher nicht von den großen, ultramodernen Einkaufszentren verdrängt wurden. Diese kleinen Geschäfte erreichten 2010 noch 64 Prozent der Einzelhandelsumsätze; einige größere Einkaufszentren sind im Bau, vor allem in den entstehenden Vororten. Weiterhin ist der hohe Grünanteil entlang aller Straßen im Emirat sehr auffällig.

Da die Stadt auf einer Insel liegt und die schachbrettartigen Straßen gerade laufen, ist das Meer von fast überall zu sehen. Eine 7,7 Kilometer lange Küstenstraße (Corniche) mit großzügigen Flanierwegen sowie Spiel- und Grünanlagen und Gastronomie begrenzt das Siedlungsgebiet nordöstlich des Zentrums. In der Stadt gibt es zahlreiche bewässerte Grünflächen. Die breiteren Straßen sind mit bewässerten Bäumen und Stauden bepflanzt. Um das Stadtzentrum herum liegen etwa zwanzig kleine und mittelgroße Parks. Am Ostring liegt eine weitere, etwas bescheidenere rund 4,5 Kilometer lange Corniche, vor der sich ein naturbelassener bzw. teilweise naturnah wiederangelegter Mangrovensumpf ausbreitet. In den Mangroven wurde ein rund fünf Kilometer langer erhöhter Aussichtsweg angelegt.

Projektierte Stadtentwicklung bis 2030

Im Mai 2008 hat der Urban Planning Council (Stadtplanungsrat) Abu Dhabis den Rahmenplan für die Stadtentwicklung bis 2030 vorgestellt. Danach soll die angestrebte Greater Abu Dhabi City auf drei Millionen Einwohner wachsen. Um den großen Wohnungsbedarf zu decken, der vor allem von Arbeitsmigranten nichtarabischer Herkunft ausgeht, soll die heute fast ausgereizte Innenstadt entlastet werden. Dazu bieten sich neben den künstlichen Inseln nur die am Festland liegenden Küstenabschnitte mit ihrem Hinterland an.

Das bisher größte Projekt ist die Vorstadt Capital City District, 25 Kilometer südöstlich auf dem Festland gelegen, die als Bundesdistrikt der Vereinigten Arabischen Emirate eingeplant ist. Auf einer dreieckigen Fläche von 4900 Hektar sollen hier in überwiegend verdichteter Bauweise bis zum Jahr 2030 Arbeitsplätze und Wohnungen für 370.000 Menschen entstehen. Wegen der Nähe des Flughafens sind jedoch die Bauhöhen eingeschränkt, wenige Wolkenkratzer nur bis maximal 199 Meter erlaubt. Diese Entlastungsstadt wird in großzügig begrünten Anlagen alle Regierungsstellen und viele Behörden der VAE aufnehmen sowie diplomatische Vertretungen, Verbände usw. Im äußeren Teil wird es laut Masterplan vom April 2009 ausgedehnte Bereiche für das Wohnen geben. Die durch eine ca. 4,5 Kilometer lange zentrale Prachtachse erschlossene Urbanisation erhält sternförmig sieben große Boulevards, einen für jedes Emirat. Die städtebaulich „in arabischer Tradition“ gehaltene Vorstadt wird mit Sport- und Freizeitzentren, einem Kongressbau, mindestens einer Universität und modernster Gesundheitsinfrastruktur ausgestattet. In den zahlreichen relativ selbstständigen Wohnquartieren sind jeweils dezentrale Einzelhandels- und Dienstleistungsgassen, Kindergärten, Schulen usw. vor Ort sowie – auch in Abu Dhabi inzwischen unverzichtbar – eine zentrale Megamall, ein sehr großes Einkaufszentrum, eingeplant.

Die öffentliche Verbindung zwischen den beiden Stadtteilen wird eine Linie der geplanten Abu Dhabi Metro herstellen, ebenso wird es eine Metrostrecke zum Internationalen Flughafen Abu Dhabi und darüber hinaus bis zur Grenze Dubais (Übergang zur Metro Dubai) geben. Die innere Erschließung setzt auf Vermeidung von Kraftfahrzeugverkehr, d. h. eher Straßenbahn vor Omnibussen. Der gesamte Entwurf betont den Vorrang des nachhaltigen Bauens, Wirtschaftens und Lebens, wenn auch offensichtlich nicht so konsequent gedacht wie in der östlich benachbarten Ökostadt Masdar City. Das Gesamtinvestitionsvolumen für dieses Megaprojekt wurde offiziell noch nicht beziffert, dürfte jedoch nach heutigen Preisen geschätzt zwischen 60 und 80 Milliarden US-Dollar liegen.

Im April 2009 wurde im Rahmen der Planungsmesse Cityscape Abu Dhabi bekanntgegeben, dass Abu Dhabi von der Weltwirtschaftskrise bisher relativ wenig verspüre. Die angestrebte Entwicklung werde planmäßig fortgesetzt, dazu wurden zehn weitere Großprojekte mit einer Investitionssumme von insgesamt 208 Milliarden US-Dollar angekündigt.

Abu Dhabi hat ebenso wie das Nachbaremirat Dubai rechtzeitig den Wirtschaftsfaktor Tourismus entdeckt, noch bevor die Einnahmen aus der Erdölförderung zurückgingen. Das bekannteste Hotel von Abu Dhabi ist das im Jahr 2005 eröffnete staatliche Luxushotel Emirates Palace. Derzeit befinden sich einige große Tourismuskomplexe und Hotelprojekte, wie beispielsweise das Bab al-Qasar, in Bau. Auf der Insel Saadiyat werden eine Museumsstadt und knapp 30 Hotels gebaut. Im Stadtteil Al-Gurm, verteilt über mehrere kleine Inseln, entsteht ein Tourismusresort mit insgesamt 161 Suiten, die sich über eine Mangrovenbucht erstrecken. Weitere große Tourismusprojekte sind der küstennahe Standort Al Raha und die Inselprojekte auf Al-Lu'lu', Yas und Al Reem. Bei allen Projekten werden neben den touristischen Infrastrukturen Wohnungen und Eigenheime integriert sein. Abu Dhabis Planer achten darauf, die neuen Quartiere nicht zu einseitig rein touristisch oder einwohnerbezogen zu entwickeln, da es die in Dubai zu beobachtende Separierung und damit verbundene verminderte urbane Qualität bzw. den Zwang zur geschlossenen Wohnanlage vermeiden möchte.

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