Advanced Micro Devices, Inc. (AMD) ist ein US-amerikanisches Unternehmen der Halbleiterindustrie mit Hauptsitz in Santa Clara, Kalifornien. AMD entwickelt und vertreibt Computerchips, Mikroprozessoren, Chipsätze, Grafikprozessoren (GPUs) und System-on-a-Chip-Lösungen (SoC). Damit richtet sich das Unternehmen im B2B-Bereich speziell an die Computer- und Kommunikationsbranche, aber auch direkt an Verbraucher. AMD hat seit der Ausgründung der eigentlichen Halbleiterherstellung im Jahr 2009 in Globalfoundries keine eigene Fabrikationsstätte mehr – das Unternehmen wird daher als fabless bezeichnet.
AMD ist seit dem 20. März 2017 im Standard-&-Poors-500-Aktienindex gelistet, beschäftigt weltweit rund 28.000 Mitarbeiter (Stand: 2024) und ist nach Intel der zweitgrößte x86-Prozessorhersteller der Welt (Stand: 2011). Im Juli 2025 hält Intel einen Marktanteil von 63,3 % am Markt für Server-CPUs, während AMD einen Anteil von 36,5 % erreicht hat, was trotz der anhaltenden Führungsposition von Intel einen starken Aufholprozess von AMD zeigt.
Die Aktien des Unternehmens wurden von 1979 bis 2014 an der New York Stock Exchange gehandelt, seit dem 2. Januar 2015 sind sie an der Nasdaq notiert. Der Börsenwert des Unternehmens liegt bei knapp 400 Milliarden US-Dollar (April 2026).
AMD wurde am 1. Mai 1969 unter dem Namen Sanders Association von Jerry Sanders III und Ed Turney gegründet. Das Startkapital wurde durch Investoren, darunter Intel-Gründer Robert Noyce, bereitgestellt. Die ersten integrierten Schaltkreise wurden im November 1969 produziert. Diese bildeten die Grundlage für das erste selbst entwickelte Produkt Am2501, welches 1970 auf den Markt kam.
Ab 1973 begann die Expansion in Länder außerhalb der USA, so wurde ein Werk in Penang in Malaysia errichtet. 1975 startete AMD die Produktion von Speicherchips, und 1979 ging das Unternehmen an die Börse. Im selben Jahr wurde eine Lizenz von Intel zur Herstellung der 8086- und 8088-Prozessoren erworben. Als diese im Jahr 1986 gekündigt wurde, führte dies zu einem Rechtsstreit, in dessen außergerichtlicher Einigung AMD untersagt wurde, ab der 5. Generation (80586 – Intel Pentium) Nachbauten von Intels Prozessoren zu erstellen. AMD entwickelte daraufhin eigene Architekturen, die erste war der AMD K5. Mit der Übernahme des CPU-Herstellers NexGen im Jahr 1996 schuf man für weitere Entwicklungen technische und personelle Grundlagen. Zur Produktion der Chips eröffnete man 1998 in Dresden die Fab30 und 2004 die Fab36. Zwischenzeitlich hatte man den CPU-Hersteller Alchemy übernommen, der High-End-Low-Power-Embedded-Prozessoren mit MIPS-Architektur produzierte.
Ebenfalls 2004 erfolgte die Umbenennung des 1993 mit Fujitsu gegründeten Joint Venture Fujitsu AMD Semiconductor Limited in Spansion. Die gesamte Flash-Produktion wurde von AMD und Fujitsu an Spansion übergeben. Ende 2005 wurde Spansion dann komplett als eigene Aktiengesellschaft ausgegliedert, da die Sparte andauernde Verluste aufwies.
Im Jahr 2006 übernahm AMD ATI Technologies, einen zu diesem Zeitpunkt führenden Anbieter von Computergrafik-Chips. In der Halbleiterbranche galt diese Übernahme aufgrund der besonderen Konstellationen (kaum direkte Konkurrenz dieser Unternehmen, unterschiedliche Forschungsgebiete) als beispiellos. Durch diese Übernahme kann AMD, wie auch Hauptkonkurrent Intel, wichtige Computerbauteile aus einer Hand liefern.
Am 8. September 2008 erklärte AMD-CEO Dirk Meyer gegenüber dem US-Wirtschaftsmagazin Fortune, dass sich AMD „weg von einem durch eigene Produktionsanlagen gefesselten hin zu einem weniger auf Fabrikation konzentrierten Modell entwickeln werde“ (Original: “going to go away from a captive fab model to more of a fabless model”). Damit war die wirtschaftliche Abtrennung der Fertigungsanlagen auf dem Wege. Im Oktober 2008 gab AMD bekannt, seine Chip-Fabs in eine zusammen mit dem Investmentunternehmen Advanced Technology Investment Company (ATIC) aus Abu Dhabi betriebene Foundry auszugliedern. Im März 2009 wurde der offizielle Name der ausgegründeten Unternehmenssparte bekannt gegeben: Globalfoundries
Im Januar 2011 trat Dirk Meyer von seinen Funktionen bei AMD zurück. Nach Monaten kommissarischer Führung durch den CFO Thomas Seifert ernannte AMD im August 2011 den ehemaligen Lenovo-Manager Rory P. Read zum neuen CEO. Im Oktober 2014 wurde Lisa Su seine Nachfolgerin.
Am 29. Februar 2012 übernahm AMD den Microserver-Spezialisten SeaMicro, um damit besser im Servermarkt Fuß zu fassen.
Im Dezember 2019 trat AMD als der erste große Hardwarehersteller der Blockchain Game Alliance bei. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss mehrerer im Blockchainbereich aktiver Unternehmen, die die Anwendungsmöglichkeiten dieser Technologie in der Videospielbranche zu erforschen versucht und öffentlich für den Einsatz blockchainbasierter Inhalte in Videospielen wirbt.
Im Oktober 2020 gab AMD bekannt, Xilinx per Aktientausch für (zum damaligen Zeitpunkt) 35 Mrd. US-Dollar übernehmen zu wollen. Nach Prüfung und Zustimmung durch die Regulierungsbehörden konnte die Übernahme von Xilinx durch AMD im Februar 2022 abgeschlossen werden. Xilinx wird eine 100-prozentige AMD-Tochter, soll aber weiter unter eigenem Namen agieren.
Im Oktober 2023 erwarb AMD einen Anbieter von Open-Source-KI-Software, Nod.ai, um sein KI-Software-Ökosystem zu stärken.
Im Juli 2024 kündigte AMD an, die finnische KI-Start-up Silo AI im Rahmen einer Barzahlung von 665 Millionen US-Dollar zu erwerben, um besser mit dem Marktführer im Bereich KI-Chips, Nvidia, zu konkurrieren.
Im August 2024 unterzeichnete AMD einen Vertrag über die Übernahme von ZT Systems für 4,9 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen entwickelt maßgeschneiderte Recheninfrastrukturen, die für KI-Anwendungen eingesetzt werden.
Im Oktober 2025 gab das Unternehmen bekannt, dass es mit OpenAI eine Vereinbarung über den Verkauf von sechs Gigawatt seiner KI-Prozessoren in den nächsten fünf Jahren getroffen habe. Als Teil des Deals erhielt OpenAI auch die Option 10 Prozent der Anteile an AMD zu erwerben.
Im Desktopsegment bietet AMD (Stand 2022) den AMD Ryzen, den AMD Athlon und den Ryzen Threadripper an. Im Server- und Embedded-System-Segment ist AMD mit dem AMD Epyc vertreten. Eingestellt sind u. a. der AMD Athlon II, der Phenom II, der Sempron und die AMD-Fusion-APUs. AMD-CPUs gibt es derzeit in Ausführungen mit zwei bis 196 Kernen, von AMD Ryzen 9 9950X mit 16 Kernen, über AMD Ryzen Threadripper 7970X mit 32 Kernen, zu 196 Kernen des AMD EPYC 9965.
Bei den Phenom II bildeten die 1100er-Modelle mit sechs Kernen die Leistungsspitze. Die 1000er-Modelle hatten auch sechs Kerne, aber eine geringere Taktfrequenz. Die 900er-Modelle verfügten demgegenüber nur über vier Kerne, die 800er-Reihe besaß zudem einen kleineren Cache, die 700er-Reihe nur noch drei Kerne und die 500er-Reihe nur noch zwei, da ein, zwei bzw. drei Kerne deaktiviert wurden. Der Athlon II musste im Vergleich zum Phenom-II auf den L3-Cache verzichten. AMD Fusion integrierte die CPU, GPU sowie Video- und andere Hardwarebeschleuniger auf einem Die. Die Phenom-II-, Athlon-II- und Sempron-Modelle waren für die Sockel AM3 und AM2(+) ausgelegt, vereinzelt waren sie wegen unterschiedlicher Speichercontroller nicht mit beiden Mainboardtypen kompatibel. Bei den AMD-FX-Prozessoren bildete die 9000er-Reihe die Leistungsspitze mit vier Modulen zu je zwei Kernen, darauf folgte die 8000er-Serie mit ebenfalls 4 Modulen und 8 Kernen, die 6000er-Reihe mit drei Modulen und die 4000er-Serie mit zwei. Ende Februar 2012 wurde offiziell, dass AMD den ersten handelsüblichen Desktop-PC-Prozessor entwickelt hatte, der eine Nominaltaktfrequenz von über 4 GHz erreicht (4,2 GHz). Der Prozessor mit dem Namen FX-4170 arbeitete mit vier Kernen. 2013 konnte AMD den ersten x86-Prozessor, der per Turbo die 5-GHz-Marke schafft, zum eigenen Portfolio zählen. Der Prozessor mit dem Namen FX-9590 arbeitete mit 4 Piledriver-Modulen bzw. 8 Threads.