Der Allmänna Idrottsklubben (deutsch: Der Allgemeine Sportklub), meistens unter der Abkürzung AIK genannt, ist mit über 20.000 Mitgliedern einer der größten schwedischen Sportvereine.
Der Klub gehört mit etlichen Meistertiteln in Mannschafts- und Einzelsportarten zu den erfolgreichsten Vereinen des Landes. Er wurde beispielsweise zwölfmal schwedischer Meister im Fußball und achtmal schwedischer Pokalsieger. Die Eishockey-Abteilung wurde insgesamt siebenmal schwedischer Meister der Herren und zweimal, 2004 und 2007, der Frauen und gewann bei den Frauen zwischen 2005 und 2008 die ersten vier Austragungen des IIHF European Women Champions Cup. Außerdem gehörten die ersten beiden schwedischen Wimbledon-Gewinner im Tennis ebenfalls zum AIK.
Der 1891 gegründete Verein ist seit 1937 in Solna beheimatet, vorher war er in Stockholm zu Hause. Der Klub trägt offiziell keine Ortsbezeichnung im Namen. Im deutschsprachigen Raum wird er meist als AIK Solna oder AIK Stockholm bezeichnet.
Der Gründung von AIK ging eine kuriose Geschichte voraus: Bei einem Spaziergang der Brüder Isidor und Emanuel Behrens durch die Hantverkargatan in Stockholm bemerkten die beiden, dass sie von zwei Jugendlichen verfolgt wurden. Daher beschleunigten sie ihren Gang, jedoch taten die Verfolger das Gleiche. Als die vier durch die Stadt rannten, kam die Szenerie einem improvisierten Wettkampf gleich. Nachdem die Verfolger abgeschüttelt waren, beschlossen die Brüder einen Sportverein zu gründen.
Am Sonntag, den 15. Februar 1891, kamen daher in der Biblioteksgatan 8, dem Haus der Behrens-Brüder sieben junge schwedische Männern zusammen. Neben den Brüdern gehörten Henrik Staberg, W. Pettersson, K. Björck, Oscar Rylander und F. Karlsson zu den Gründungsvätern des Klubs. Eine Woche später wurde Isidor Behrens zum ersten Vorsitzenden des neu entstandenen Vereins gewählt.
Das Angebot von AIK umfasste zunächst nur Turnen und Leichtathletik. Bereits kurz nach der Gründung gelang einem Athleten des Klubs der erste Erfolg bei einer größeren Meisterschaft: Der Läufer Patrik Löfgren gewann den Dicksonpokalen, den von James F. Dickson, dem Hofstallmeister des schwedischen Königs, gestifteten Pokal für die englische Meile. Bis 1894 konnte er den Wettbewerb dreimal in Folge gewinnen.
In den folgenden Jahren machte der Klub seinem Namen als Allgemeiner Sportklub alle Ehre, indem sich die Zahl der angebotenen Sportarten rapide vermehrte.
Die Fußballabteilung von AIK gehört zu den erfolgreichsten Abteilungen des Klubs. Seit der Gründung 1896 konnte der Verein insgesamt zwölf Meistertitel und acht Pokalsiege feiern. Vor allem die Anfangszeit des schwedischen Fußballs konnte der Klub zusammen mit dem Göteborger Verein Örgryte IS (ÖIS) – aber auch dem Stockholmer Lokalrivalen Djurgårdens IF (DIF) – prägend gestalten. Dank der zahlreichen Erfolge und weiterer Platzierungen im vorderen Tabellenbereich der Allsvenskan trat die Mannschaft auch international im Europapokal in Erscheinung.
Gründung der Abteilung und erste Meistertitel (1896–1924)
1896 wurde unter der Leitung von Sigfrid Stenberg die Fußballabteilung bei AIK aus der Taufe gehoben. Der sportenthusiastische Schwede, eines der führenden Mitglieder aus der Anfangszeit des Stockholms Idrottsförbund, entdeckte bei einem Englandaufenthalt die Sportart für sich und brachte sie zu AIK. 1898 stand der Klub als erste Mannschaft aus Stockholm im Finale um die Svenska Mästerskapet, unterlag aber im Stockholms Idrottspark, wo heute das Olympiastadion steht, dem amtierenden Meister Örgryte IS nach zwei Mal 30 Spielminuten mit 0:3. Ein Jahr später kam es in Stockholm zum ersten Duell mit dem ebenfalls 1896 gegründeten Lokalrivalen Djurgårdens IF, das AIK mit 2:1 für sich entscheiden konnte. Am 24. September des Jahres verlor die Mannschaft gegen Gefle IF im Finale des Rosenska Pokalen, einem der bedeutenden Wettbewerbe in der Anfangszeit des schwedischen Fußballs.
Am 29. Juli 1900 erreichte die Fußballmannschaft von AIK nach Verbandsentscheid – das Entscheidungsspiel gegen Djurgårdens IF endete nach mehreren Verlängerungen torlos, aber AIK hatte im Laufe des Jahres zweimal gegen DIF gewonnen – zum zweiten Mal das Endspiel um die schwedische Meisterschaft und entthronte den bisher alleinigen Meister Örgryte IS durch ein Tor von Mannschaftskapitän Gunnar Franzén beim abermals nur 60 Minuten dauernden Finale. Da das Endspiel im Rahmen der in Stockholm stattfindenden schwedischen Leichtathletikmeisterschaft stattfand, kam es für einige Spieler, die auch an den Leichtathletikwettbewerben teilnahmen, zu Doppelbelastungen. Auch im Rosenska Pokalen erreichte AIK das Endspiel, verlor jedoch die Neuauflage des Vorjahresfinales gegen Gefle IF mit 0:9.
Im folgenden Jahr wurde die schwedische Meisterschaft in einem vier Mannschaften umfassenden Turnier erneut parallel zu Leichtathletikmeisterschaften in Göteborg ausgetragen. Neben AIK nahmen Göteborgs IF und zwei Mannschaften von Örgryte IS teil. AIK konnte sein Halbfinale gegen die erste Mannschaft von ÖIS mit 3:0 gewinnen, das andere Halbfinale entschied ÖIS 2 für sich. Da die Leichtathletikwettbewerbe länger als geplant dauerten, musste das Endspiel wegen Dunkelheit abgesagt werden und AIK wurde der Titel wegen des Sieges gegen die erste Mannschaft von ÖIS zugesprochen. Zum dritten Mal in Folge stand der Klub im Finale des Rosenska Pokalen Gefle IF gegenüber, das Spiel endete jedoch nach Verlängerung 1:1-Unentschieden, so dass kein Sieger ermittelt werden konnte.
Ab 1902 nahm AIK an einer vom Svenska Bollspelsförbundet neu eingeführten, sieben Mannschaften umfassenden Liga teil. In der ersten Spielzeit trat der Klub dabei mit zwei Mannschaften in der Liga an. Am Ende sprang der vierte Platz heraus, während die zweite Mannschaft Tabellenletzter wurde und fortan nur noch unterklassig spielte. 1906 stieg AIK erstmals in die Zweitklassigkeit ab, schaffte jedoch die direkte Rückkehr in die Stockholmsserien Klass 1, dem Nachfolgerwettbewerb der vom Svenska Bollspelsförbundet betriebenen Liga. Dem Aufsteiger gelang sowohl Staffelsieg als auch der Gewinn des Wicanderska Välgörenhetsskölden.
1908 kam AIK erstmals mit ausländischem Fußball in Berührung, als zusammen mit Djurgårdens IF der englische Amateurklub Northern Nomads und B.93 Kopenhagen aus Dänemark eingeladen wurden. Während eine gemischte Mannschaft gegen die Dänen mit 1:5 unterlag, verlor die reine AIK-Mannschaft gegen den englischen Klub mit 0:2. Im September gastierte der SC Victoria Hamburg in Schweden, die Partie endete mit einem 4:4-Unentschieden. Zudem standen mit Theodor Malm und Karl Ansén zwei AIKler beim ersten Länderspiel der schwedischen Nationalmannschaft am 12. Juli 1908 auf dem Platz, einem 11:3-Erfolg über Norwegen. Im folgenden Jahr konnte die Meisterschaft in der Stockholmsserien und der Sieg des Wicanderska Välgörenhetsskölden wiederholt werden, jedoch sowohl bei der Distriktmeisterschaft als auch der schwedischen Meisterschaft scheiterte der Klub am Lokalrivalen Djurgårdens IF.
Als eine der führenden Mannschaften in der Stockholmsserien qualifizierte sich AIK für die 1910 neu geschaffene Svenska Serien, die jedoch nicht für die Teilnahme an der Meisterschaftsrunde maßgeblich war. Während sich der Klub hier in den folgenden Jahren mit unterschiedlichem Erfolg mit der Konkurrenz maß – insbesondere die Göteborger Vereine Örgryte IS und IFK Göteborg dominierten die Svenska Serien –, erreichte er mehrfach das Endspiel um den Landesmeistertitel. Ein Jahr später holte er mit einem 3:2-Erfolg über den IFK Uppsala, an dem er im Vorjahr im Halbfinale gescheitert war, auf dem heimischen Råsunda idrottsplats den Titel. 1914 wurde zu einem der erfolgreichsten Jahre des AIK, als die Mannschaft nahezu alle wichtigen Wettbewerbe für sich entschied: die Landesmeisterschaft mit einem 7:2-Finalerfolg über Helsingborgs IF, die Distriktmeisterschaft, sowie durch einen 4:1-Sieg über Djurgårdens IF den Wicanderska Välgörenhetsskölden. Zudem verfolgten 14.000 Zuschauer den 3:0-Erfolg über den zu einem Freundschaftsspiel angetretenen FC Liverpool. Zwei Jahre später untermauerte AIK seine außergewöhnliche Stellung im Stockholmer Fußball, in dem er durch einen 3:1-Sieg über Djurgårdens IF den fünften Meistertitel sowie durch einen 5:1-Sieg über Järva IS die Distriktmeisterschaft gewann.