An diesem Tag

2500-Jahr-Feier der iranischen Monarchie

Feierlichkeiten zu Ehren des Gründers des Altpersischen Reichs Kyros II.

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Die 2500-Jahr-Feier der iranischen Monarchie (persisch جشن‌های ۲۵۰۰ سالۀ شاهنشاهی ایران) vom 12. bis zum 16. Oktober 1971 bestand aus einer Reihe von Feierlichkeiten, um an das Todesjahr des Gründers des Altpersischen Reichs Kyros II. vor 2500 Jahren zu erinnern. Ziel der Repräsentationsveranstaltung war es, durch Rückbeziehung auf den ersten „Schah“ und die Geschichte Irans sowie eine Leistungsschau der Erfolge des amtierenden Schahs Mohammad Reza Pahlavi und seines Vaters Reza Schah Pahlavi das internationale Ansehen und die Legitimation als persische Herrscher zu stärken. Die Veranstaltung geriet später in die Kritik, wegen der angeblich enormen Kosten, aber auch wegen des autoritären persischen Regimes. Stimmen in der amerikanischen Presse und des späteren Revolutionsführers Ajatollah Chomeini sahen gerade darin die Kontinuität der iranischen Monarchien.

Der Vorschlag, diesen Jahrestag zu feiern, stammte von dem Schriftsteller und Kulturwissenschaftler Schodschaeddin Schafa, stellvertretender Minister des Hofministeriums, zuständig für kulturelle Angelegenheiten. Schafa hatte bereits 1958 die Idee geäußert, 1961 eine Feier abzuhalten, die den Beitrag der iranischen Kultur zur Entwicklung der menschlichen Zivilisation darstellen sollte. Parallel zu den Feierlichkeiten sollte ein wissenschaftlicher Kongress an der Universität Schiras zum Stand der Wissenschaften auf dem Gebiet der Iranistik stattfinden.

Die wissenschaftliche Erforschung des geistigen und materiellen Kulturguts des Iran, die Iranistik, beginnt im Iran selbst mit der Gründung der Universität Teheran durch Reza Schah. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts richtete die Universität Teheran einige Lehrstühle der Iranistik ein, die sich vor allem auf Bereiche der Altiranistik wie die Sprachwissenschaft und Kultur des antiken Iran, die persische Literatur, Geschichte und Archäologie konzentrierten. Die Universität Schiraz spezialisierte sich mit Alireza Schapour Schahbazi vor allem auf die Archäologie der Achämenidenzeit. Das bis heute umfassendste enzyklopädische Wörterbuch der persischen Sprache, das in 15 Bänden erschienene Wörterbuch Dehchodas – Loghat Nāmeh Dehchoda des Linguisten Allameh Ali Akbar Dehchoda, entstammt ebenfalls dieser Zeit. Innerhalb Europas trug Deutschland viel zur Iranistik bei. So gehört die Georg-August-Universität Göttingen zu den Pionieren des Faches, 2003 feierte sie das 100-jährige Bestehen des Fachbereichs. In Frankreich spezialisierte sich vor allem die École pratique des hautes études in Paris auf dieses Gebiet, in England die School of Oriental and African Studies in London. Innerhalb der Vereinigten Staaten trugen vor allem die Harvard University, die Columbia University und die Stanford University zur Vertiefung des Faches bei. Forschungsinstitutionen zur Iranistik finden sich in der ganzen Welt. Neben den bereits genannten bestehen weitere in Indien Kalkutta (Iran Society), Bombay (Mumbai), in Israel, in Japan sowie in anderen Ländern.

Um das Programm für den wissenschaftlichen Kongress und die Feierlichkeiten zu erarbeiten, wurde ein zentrales Planungskomitee mit entsprechenden Ablegern an den europäischen, amerikanischen und asiatischen Forschungsstätten der Iranistik gegründet. Im August 1960 war ein erster Entwurf der geplanten Feierlichkeiten erarbeitet worden, der ein Budget von 3,5 Mio. $ vorsah. Folgende Veranstaltungen waren neben dem Orientalistenkongress für die Feierlichkeiten vorgesehen: Eine archäologische Ausstellung, eine Ausstellung aller Bücher über Kyros und das Kaiserreich Iran, eine Ausstellung aller Bücher Iran betreffend, eine Buch- und Kunstausstellung aus Beständen der kaiserlichen Bibliothek, eine Ausstellung alter und neuer Volkskunst, eine Ausstellung altiranischer Trachten. Während der Feiertage sollte auf einem Platz in Schiras eine Kyros-Statue enthüllt werden. Ferner sollte ein Triumphtor zwischen Persepolis und Pasargadae erbaut und als Andenken an die Feierlichkeiten erhalten werden. Ein Werk über Kyros und seine Regierungsmethoden sollte in deutscher, englischer, französischer, arabischer, italienischer, türkischer und persischer Sprache veröffentlicht werden. Einige dokumentarische Kurzfilme über Persepolis und Pasargadae wurden vorbereitet und ein Film über das Leben des Kyros sollte gedreht werden. Die Bücher von Historikern wie Xenophon und Herodot sollten übersetzt und neu herausgegeben werden.

Premierminister Manutschehr Eghbal, mit dem das Projekt besprochen worden war, musste im August 1960 zurücktreten, sein Nachfolger Dschafar Scharif-Emami hatte Wahlen vorzubereiten und damit keine Zeit, und als dann am 6. Mai 1961 Ali Amini Premierminister wurde, waren keine ausreichenden Mittel vorhanden, um ein solches Projekt aus dem Regierungshaushalt zu finanzieren. Von Seiten des Hofes war Hofminister Hossein Ala für das Projekt zuständig. Man kam mit dem Premierminister überein, das Projekt erst einmal zu verschieben, bis die Finanzierung gesichert sei. Premierminister Asadollah Alam verschob das Projekt dann auf 1967. Nach dem Tod Hossein Alas übernahm Alam das Hofministerium und Amir Abbas Hoveyda wurde Premierminister. Das Projekt war immer noch auf dem Planungsstand von 1961. Die weltweit arbeitenden Wissenschaftler der Iranistik hatten sich bei Schafa beklagt, dass das Projekt bei den politischen Verantwortlichen keinen Rückhalt habe. Die Frage stand im Raum, die Feierlichkeiten ganz abzusagen. Nach den vorliegenden Plänen waren Feierlichkeiten in Schiraz und Teheran vorgesehen. Doch in Schiraz gab es keine ausreichenden Unterbringungsmöglichkeiten für die Staatsgäste und der Vorschlag des mit der operativen Planung beauftragten Amir Mottaqi, in Persepolis eine Zeltstadt für die Gäste zu errichten, wurde vom Schah als „surrealistisch“ und „nicht machbar“ abgelehnt.

Trotz aller kontroversen Diskussionen entschied Mohammad Reza Schah 1970, dass die Feierlichkeiten stattfinden sollten. Um keinen weiteren Zweifel aufkommen zu lassen, legte er auch gleich das Datum fest, den 15. Oktober 1971 (23. Mehr). Schahbanu Farah Pahlavi übernahm den Ehrenvorsitz der neu gegründeten Planungskommission. Die Kommission wurde von Alam geleitet und tagte von nun an zweimal wöchentlich. Das Projekt, das ursprünglich einen wissenschaftlichen Schwerpunkt hatte, war zu einer nationalen Angelegenheit geworden.

Hofminister Alam machte sich weiter Sorgen um die Unterbringung der Staatsgäste. Ein Hotel war in der verbleibenden Zeit in Persepolis nicht zu bauen. Also entschied man sich, vorgefertigte Appartements in der Nähe der Ruinen aufzustellen. Das Maison Jansen aus Paris, das auf Innendekorationen für festliche Räume spezialisiert war, und auch das Oval Office des US-Präsidenten John F. Kennedy neu gestaltet hatte, wurde mit dem Bau und der Ausstattung der Appartements beauftragt. Über den Appartements wurde mit Hilfe einer Rohrkonstruktion ein Zeltrahmen errichtet und mit Kunststoffplanen abgedeckt. Die Zeltstadt von Persepolis war geboren. Alam meinte: „Wir ahmen nur nach, was unsere Könige immer getan haben, wenn sie auf Reisen in unwirtliche Gegenden gingen, und im übrigen entspricht es auch der Tradition unserer Nomaden.“ Alam bezog sich mit seiner Äußerung auf Plutarchs Biographie Alexanders des Großen, der nach der Schlacht bei Issos 333 v. Chr. das zurückgelassene Zelt von Darius III. betreten hatte. Nachdem er dort einen vergoldeten Thronsessel, ein Bad, den mit Teppichen ausgelegten Boden und das goldene Tafelgeschirr gesehen hatte, soll er gesagt haben, „das nennt man wahrlich königlich“.

Nachdem die Unterbringung geklärt war, stand die Frage der Verköstigung im Raum. Alam wurde von der Vorstellung geplagt, dass einer der Staatsgäste wegen des Essens erkranken könnte. Eine Unterbringung im Zelt ist eine Sache. Essen für über 100 Personen „auf freiem Feld“ zuzubereiten, ist etwas anderes. Alam sprach mit der Geschäftsleitung des Maxim’s in Paris, das natürlich gerne das Catering für so eine prominente Feier übernahm.

Schafa, der diese Änderungen der Festplanung mit den Wissenschaftlern, die den Iranistik-Kongress vorbereiteten, besprochen hatte, stieß bei seinen Kollegen auf vehemente Ablehnung. Man hielt es für völlig abwegig, 2500 Jahre iranische Kultur in Zelten mit französischem Dekor und einem Festessen mit französischer Speisekarte zu feiern. Schafa brachte die Kritik in der Planungskommission zur Sprache. Alam drohte mit seinem Rücktritt als Hofminister. Die Frage der Staatsgäste fiel in seinen Zuständigkeitsbereich und da hätten sich die Wissenschaftler gefälligst rauszuhalten.

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