Der 1. FC Kaiserslautern (1. Fußball-Club Kaiserslautern e. V.; kurz: 1. FCK oder FCK) ist ein im Jahr 1900 ursprünglich als reiner Fußballclub gegründeter Sportverein aus Kaiserslautern.
Mit 39.000 Mitgliedern (Stand: 1. Juli 2026) in den Sportarten Fußball, Basketball, Boxen, Handball, Hockey, Laufsport, Leichtathletik und Triathlon ist der 1. FCK der größte Sportverein in Rheinland-Pfalz und einer der 20 größten Sportvereine in Deutschland. Aus den Reihen des 1. FC Kaiserslautern stammen mehrere Europa- und Weltmeister sowie Olympiasieger verschiedener Disziplinen.
Heimstätte der als „Rote Teufel“ bekannten Fußballmannschaft ist das nach dem Vereinsidol benannte Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg in Kaiserslautern. Als Gründungsmitglied der Bundesliga spielte der 1. FCK von 1963 bis 1996 durchgängig in der ersten Liga. Die größten Erfolge sind vier deutsche Meisterschaften (1951, 1953, 1991, 1998), zwei DFB-Pokalsiege (1990, 1996), das Erreichen des Champions-League-Viertelfinales 1999 sowie die zweimalige Teilnahme am UEFA-Pokal-Halbfinale (1982, 2001). Darüber hinaus waren mehrere deutsche Fußball-Weltmeister bedeutende Spieler des 1. FC Kaiserslautern.
Stammbaum des Vereins und Geschichte bis zur letzten Fusion
Als Pionier des Fußballs in Kaiserslautern gilt der Lehrer Georg Pöppl, der seine Schüler an der Königlich Bayerischen Kreisrealschule Fußball spielen ließ. Im Juni 1895 schlug er in einem Brief an die Stadtverwaltung vor, das Fußballspiel offiziell in der Stadt einzuführen. Am 13. Juli 1895 demonstrierte er der Bevölkerung den Fußballsport in einem „Fußballprobespiel“ seiner Schüler auf dem Maxplatz in der Stadt. Fünf Tage später erhielt Pöppl schließlich die Genehmigung der Stadt, einen Acker unentgeltlich als Spielort für Fußballspiele nutzen zu können. Später wurde Pöppl ein anderer Platz („Im Ländel“) angeboten. Der Platz wurde zu dieser Zeit (ab 1896) von schulischen und außerschulischen Mannschaften genutzt, aber es waren noch keine Vereine registriert.
Die Geschichte der ersten Fußballvereine in Kaiserslautern kann teilweise nicht mehr genau rekonstruiert werden, außerdem gibt es teilweise widersprüchliche Angaben. In den neueren größeren Publikationen zur Geschichte des FCK herrscht Einigkeit darüber, dass als Ausgangspunkt(e) des heutigen Vereins die von Pöppl initiierte Fußballgesellschaft Kaiserslautern sowie der Fußballklub Kaiserslautern bzw. deren Zusammenschluss zum Fußballclub Kaiserslautern 1900 angesehen werden kann. Bezüglich der Gründungsdaten dieser Vereine gibt es zwei unterschiedliche Annahmen: Nach einer Annahme wurden die Fußballgesellschaft und der Fußballclub in einem Abstand von einem Monat beide im Jahr 1899 gegründet und die Fusion im Januar 1900 vollzogen; nach der anderen wurde der Fußballclub erst Ende Mai 1900 gegründet und die Fusion bald darauf vollzogen. Das in der Vereinssatzung verankerte Gründungsdatum ist der 2. Juni 1900, bezieht sich auf die Fusion und geht auf einen Aufsatz des früheren FCK-Spielers Karl Dietrich zurück. Für dieses Datum fanden sich aber im Nachhinein keine Belege. Da es ansonsten keine auf den Tag genauen Angaben gibt, hält der Verein aus praktischen Gründen an diesem Datum fest. Eine dritte Version nennt neben der Fußballgesellschaft einen Fußballclub Germania 1896 als Fusionspartner.
Am 4. März 1901 wurde der FC Palatia 1901 Kaiserslautern gegründet. Es ist der erste Fußballverein in Kaiserslautern, der sich ins Vereinsregister eintragen ließ. Außerdem entstand durch eine Abspaltung aus dem FC 1900 am 17. Juli 1902 der FC Bavaria 1902 Kaiserslautern. 1903 wurden der FC 1900 und FC Bavaria 1902 Mitglied im Verband Pfälzer Vereine für Bewegungsspiele. 1905 traten alle Vereine des Verbands dem Verband Süddeutscher Fußball-Vereine bei. Den ersten größeren Erfolg im Kaiserslauterer Vereinsfußball erlangte der FC 1900 mit dem Gewinn der Westkreismeisterschaft 1909. Am 1. März 1909 schlossen sich der FC 1900, Palatia und Bavaria zum FV Kaiserslautern zusammen. Unter dem neuen Namen trat der Verein in der anschließenden Endrunde um die süddeutsche Fußballmeisterschaft mit drei weiteren Bezirksmeistern an, war jedoch chancenlos. Der FVK gehörte bis 1914 der Westkreisliga an, ohne, dass es zu weiteren Meisterschaften reichte. Im Ersten Weltkrieg konnte der FVK bis 1917 nicht am ohnehin nur eingeschränkten Spielbetrieb teilnehmen, da zu viele Spieler als Soldaten eingezogen wurden. Im Herbst 1917 und im Frühjahr 1918 nahm der FVK an jeweils ausgespielten Ligen im Pfalzgau teil. Nach dem Krieg waren die meisten Spieler der ersten Mannschaft gefallen oder verwundet, außerdem stand dem FVK nach dem Auslaufen eines zu teuer gewordenen Pachtvertrags kein Fußballplatz mehr zur Verfügung. In der Folgezeit wurde daher auf dem Betzenberg in Eigenarbeit der Mitglieder ein neues Stadion errichtet, das im Mai 1920 eingeweiht wurde und fortan die Spielstätte des Vereins blieb. Der FVK war im Jahr 1919 Gründungsmitglied der neuen höchsten Spielklasse, der Bezirksliga, spielte dort aber keine führende Rolle. Besonders die Saison 1920/21 verlief enttäuschend, als die Mannschaft mit dem drittletzten Tabellenplatz abschloss. Anlässlich dieser Entwicklung schrieb der FVK noch während der Saison eine Stelle als Berufstrainer aus, die aber erst zur nächsten Saison mit dem Ungarn Franz Kónya besetzt wurde, der ein Jahr blieb. Im Zuge einer Ligenreform 1923 stieg der FVK gemeinsam mit dem Lokalrivalen VfR Kaiserslautern in die zweitklassige Kreisliga ab, sodass erstmals kein Kaiserslauterer Verein in der höchsten Spielklasse vertreten war.
Bereits 1910 war der FC Phönix Kaiserslautern (später SV Phönix) gegründet worden. Der Verein spielte mit dem FVK nach dessen Abstieg gemeinsam in der Kreisliga Hinterpfalz. Der FVK wurde 1924 und 1928 Meister, scheiterte aber jeweils in der anschließenden Aufstiegsrunde; Phönix belegte meist einen mittleren Platz in der Abschlusstabelle. Durch die bislang letzte Fusion in der Vereinsgeschichte entstand durch deren Vereinigung am 28. Mai 1929 der FV Kaiserslautern Phönix, der 1931 – acht Jahre nach dem Abstieg des FVK – den Wiederaufstieg in die Erstklassigkeit erreichte. Wenige Wochen nach dem entscheidenden letzten Spiel in der Aufstiegsrunde wurde der Name am 18. Juli 1931 in 1. FC Kaiserslautern geändert.
Zwei Jahre nach dem Wiederaufstieg in die Bezirksliga qualifizierte sich der FCK als Zweitplatzierter für die Endrunde um die Süddeutsche Fußballmeisterschaft 1933, in der die Mannschaft allerdings in ihrer Gruppe Letzter wurde. Nach der Machtergreifung 1933 wurden die sieben Landesverbände des DFB aufgelöst, durch 16 Gaue ersetzt und als neue höchste Spielklasse die Gauliga in ebenso vielen Staffeln eingeführt. Mit der Unterzeichnung der „Stuttgarter Erklärung“ vom 9. April 1933 bestätigte der Verein seine Zustimmung zum Ausschluss der Juden aus den Sportvereinen und galt Ende 1936 auch als „judenfrei“. Vereinsvorsitzender war seit 1931 Ludwig Müller, unter dem in der NS-Herrschaft zwar wie bei allen Vereinen das Führerprinzip beim FCK verankert wurde, der aber trotz einer Parteimitgliedschaft, die für das Amt des „Vereinsführers“ notwendig war, der NSDAP distanziert gegenüberstand und bereits im Dezember 1934 wegen fehlender politischer Linientreue für kurze Zeit seines Amtes enthoben wurde. Zudem positionierte er sich gegen das Vorhaben der NSDAP-Kreisleitung, den FCK im Rahmen einer Großfusion aufzulösen. Wirtschaftlich befand sich der Verein seit der Errichtung einer neuen Tribüne im Stadion Betzenberg im Jahr 1933 in einer Krise. Ebenso stiegen in dieser Zeit die Kosten der größeren Fußballvereine, die sich aus einer tatsächlichen Professionalisierung bei einem formellen Amateurstatus ergaben. Unter Müller hatte der FCK verdeckt Spieler bezahlt und zur Finanzierung Einnahmen verschleiert. Wegen dieser Verstöße sperrte ihn der DFB im Februar 1936 von der Ausübung aller Ämter. Sein Nachfolger wurde August Nebling. Ab 1938 wurde die Vereinsführung durch NS-Politiker in Person von Carl Allbrecht (1938–1941) und Hans Philipp (1941–1945) besetzt. Allbrecht führte die Amtsgeschäfte allerdings kaum aus, so dass u. a. Ludwig Müller 1940 für einige Monate das Amt des Vereinsführers kommissarisch wieder übernahm.