Ștefan Niculescu (* 31. Juli 1927 in Moreni; † 22. Januar 2008 in Bukarest) war ein rumänischer Komponist.
Niculescu studierte von 1941 bis 1946 an der Königlichen Musikakademie, dann bis 1950 am Polytechnischen Institut und schließlich bis 1957 erneut an dem Konservatorium. Seine Lehrer waren Mihail Andricu (Komposition), Mihail Jora (Harmonielehre und Kontrapunkt), Theodor Rogalski (Orchestration) und Muza Germani-Ciomac (Klavier). 1966 studierte er elektroakustische Musik bei Mauricio Kagel in München. Daneben besuchte er bei den Darmstädter Ferienkursen 1966–1968 Kurse von György Ligeti, Karlheinz Stockhausen, Erhard Karkoschka, Günther Becker, Christoph Caskel, Saschko Gawriloff, Siegfried Palm und Aloys Kontarsky.
Von 1958 bis 1960 lebte Niculescu als Klavierlehrer in Bukarest und arbeitete dann bis 1963 im Institut für Kunstgeschichte G. Oprescu. Danach arbeitete er als Dozent, seit 1993 als Professor für Komposition und Musikanalyse an der Musikuniversität Bukarest. Daneben hielt er Gastvorlesungen in Zagreb, Paris, Valencia und Darmstadt.
1971 bis 1972 war er „composer-in-residence“ des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Berlin. Im selben Jahr erhielt er den Preis der Académie des Beaux-Arts in Paris. Neben mehreren Preisen der Rumänischen Akademie und der rumänischen Komponistenunion erhielt er 1985 den International Record Critics Award und 1994 den Herder-Preis in Wien.
1991 gründete Niculescu die Săptămâna Internațională a Muzicii Noi. 1993 wurde er korrespondierendes Mitglied, 1996 ordentliches Mitglied der Rumänischen Akademie.
Sonata für Klarinette und Klavier, 1955
Cantata I für Frauen- oder Kinderchor und Orchester (Text von Nina Cassian), 1959, 1974
Cantata II für Tenor, gemischten Chor und Orchester (Text: Gellu Naum), 1960
Cantata III „Răscruce“ für Mezzosopran und fünf Blasinstrumente (Text von Tudor Arghezi), 1960
Febre, Musik für eine Theaterproduktion von Horia Lovinescu, 1962
Scènes, Suite für Bläser, Schlagzeug und Kontrabass, 1962, 1965
Le livre avec Apolodor, Musik für eine Theaterproduktion von Gellu Naum, 1962
Sinfonie für 15 Solisten, 1963
Elefănțelul curios, Musik für eine Theaterproduktion von Nina Cassian, 1963
Inventionen für Klarinette und Klavier, 1963–1965
Calea Victoriei, Filmmusik, 1965
Cele trei neveste ale lui Don Cristobald, Musik für eine Theaterproduktion von Valentin Silvestru nach einem Stück von Federico García Lorca, 1965
Doctor Faustus XX, Filmmusik, 1965