Øistein Sommerfeldt (* 25. November 1919 in Christiania; † 7. Januar 1994 in Asker) war ein norwegischer Komponist, Pianist, Musikkritiker und Schriftsteller.
Mit seiner Zulassung zur Universität (Examen artium) begann Øistein Sommerfeldt ein Studium der Sozialökonomie in seiner Heimatstadt (seit 1925 in Oslo umbenannt). Zudem studierte er Komposition, Instrumentation, Fagott und Dirigieren am Konservatorium Oslo. Den Kompositionsunterricht setzte er 1942/1943 an der damaligen Reichshochschule für Musik und darstellende Kunst (der späteren Musikakademie und nunmehrigen Musikuniversität) in Wien bei Joseph Marx fort. Nach Abschlussprüfungen in Oslo 1947 nahm er 1948 Unterricht in Zwölftontechnik bei Fartein Valen in Valevåg und in den frühen 1950er-Jahren weitere Stunden bei Nadia Boulanger in Paris. Er gilt zudem als der erste Norweger der an den Darmstädter Internationalen Ferienkursen für Neue Musik teilnahm (1955). In der Folge entschied er sich, die Wege der damaligen internationalen Musik-Moderne nicht weiterzuverfolgen, sondern sich an der Tradition sowohl der Kunst- als auch der Volksmusik zu orientieren. In einem Tagebucheintrag vom 6. Februar 1961 schrieb er: „Jeg er gørrlei den kontrapunktiske qvasi-vitenskapen blant komponister. De har så mye kunnskap at det gjør vondt i ørene. Nei, nå må vi prøve å finne tilbake til det opprinnelige, til det enkle og uforfalskede i musikken.“ (Ich habe die kontrapunktische Quasi-Wissenschaft unter Komponisten satt. Sie haben so viele Kenntnisse, dass es in den Ohren schmerzt. Nein, jetzt müssen wir versuchen, einen Weg zurück zum Ursprünglichen, zum Einfachen und Unverfälschten in der Musik zu finden.)
Während vieler Jahre arbeitete Sommerfeldt als Musikkritiker der Tageszeitung Verdens Gang (VG) und beim Norwegischen Rundfunk (NRK). Er hatte verschiedene Funktionen im norwegischen Musikleben inne; so saß er im Vorstand des Norwegischen Komponistenverbandes, der Konzertvereinigung Rikskonsertene sowie der Norwegischen Musikhochschule und er leitete den Bewertungsausschuss der Urheberrechtsorganisation TONO. Unter dem Pseudonym Robert Hunter schrieb er Romane für die Wochenzeitung Allers. Ein 1988 erlittener Schlaganfall verhinderte sein weiteres Schaffen als Komponist, er konnte aber seine journalistische Tätigkeit bei VG fortsetzen. 1991 erhielt er für sein Lebenswerk den nach Ludvig Mathias Lindeman benannten und von der Norwegischen Musikhochschule verwalteten Lindeman-Preis der Lindeman-Stiftung. Postum fanden in Norwegen mehrere Gedenkkonzerte anlässlich des 100. Geburtstages 2019 statt.
Miniaturouvertüre op. 11 (1960)
Sinfonia la Betulla op. 12 (1973, rev. 1974)
Mot en Lengsel (Der Sehnsucht entgegen). Konzert für Klavier und Orchester op. 50 (1977)
Intrada. Sinfonisches Vorspiel op. 57 (1982)
Sonate für Violine und Klavier op. 22 (1972)
Elegie für Trompete und Orgel op. 27 (1971)
Kleine Suite für Klaviertrio op. 40 (1973)
Suite für Blockflöte und Streichquartett op. 62 (1981)
Sonate für Violoncello und Klavier op. 76 (1988)
Drei leichte Stücke für Klavier zu vier Händen op. 78 (1987)
Stimmungen. Drei Impressionen für Klavier op. 1 (1948)
Miniatursuite für Klavier op. 7a (1948, rev. 1958)
Drei kleine Walzer für Klavier op. 17 (1970)
Divertimento für Trompete op. 21 (1970)
Divertimento für Fagott op. 25 (1960, rev. 1973)