An diesem Tag

Österreichischer Alpenverein

Bergsteigerverein

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Der Österreichische Alpenverein (ÖAV, auch nur Alpenverein genannt, bis 2014: Oesterreichischer Alpenverein, OeAV) ist der größte Bergsteigerverein in Österreich. Mit knapp 200 Sektionen betreibt dieser unter anderem 225 Schutzhütten und betreut rund 26.000 Kilometer markierte Berg- sowie Wanderwege. Der Sitz des Vereins ist in Innsbruck.

Der ÖAV ist in 194 Sektionen gegliedert. Die Sektionen sind ihrerseits wieder eigenständige Vereine, die in manchen Fällen außerhalb des Alpenvereines entstanden: Zum Beispiel trat der 1890 gegründete Österreichische Gebirgsverein, der sich dem weltweiten Hochgebirgsalpinismus verpflichtet, erst 1955 als Sektion in den Alpenverein ein. Das Arbeitsgebiet einer Sektion (in dem die Sektion bergsteigerische Infrastruktur wie Wege und Hütten bereitstellt) ist im Arbeitsgebietskataster entsprechend der Arbeitsgebietsordnung (ArgO) gemeinsam mit dem DAV festgehalten. Es weicht in vielen Fällen vom Gebiet, in dem die Sektion zuhause ist und ihre Mitglieder rekrutiert, ab, insbesondere bei außeralpinen Sektionen.

Neben Orts-Sektionen finden sich auch Akademische Sektionen in Wien, Innsbruck und Graz, die aus Studentenverbindungen hervorgegangen sind, sowie Sektionen im Ausland (Sektion Britannia, Sektion Flandern). Es gibt auch einige inländische Sektionen, die Ortsgruppen im Ausland unterhalten. Die Sektion Weitwanderer, deren Arbeitsgebiet auf Weitwanderwege beschränkt ist, versteht sich als überregionale Sektion.

Die größten Sektionen sind (Stand: 31. Dezember 2025) die Sektion Austria (101.686 Mitglieder), die Sektion Edelweiss (89.758 Mitglieder) und die Sektion Innsbruck (41.530 Mitglieder).

Eine sektionsübergreifende Teilorganisation ist die Alpenvereinsjugend Österreich.

Zu den wichtigen Ämtern einer Sektion gehören – neben den vereinstypischen, also Vorsitzender, Schriftführer, Kassier – im Besonderen der Wegewart des jeweils betreuten Wegenetzes, der Hüttenwart, der sich um die vereinseigenen Schutzhütten kümmert, der Alpinwart (Alpinreferent), der die bergsteigerischen und kletterischen Aspekte betreut, der Skilehrwart, der sich um Belange des Alpinschi- und Schitourenwesens, die Lawinenkunde und andere wintersportliche Aspekte kümmert und der Naturschutzwart (Naturschutzreferent), der die satzungsgemäßen Naturschutzbelange der Sektion betreut.

Der ÖAV publiziert neben Kartenmaterial wie der Alpenvereinskarte, die er zusammen mit dem DAV herausgibt, auch Lehrschriften. Zusammen mit dem AVS, DAV und dem SAC gibt er das Magazin bergundsteigen heraus.

Die Mitgliederzeitschrift mit dem Namen Bergauf erscheint fünfmal im Jahr.

Der Bergverlag Rother gibt seit 1951 in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Alpenverein, dem Österreichischen Alpenverein und dem Alpenverein Südtirol die Taschenbuchreihe Alpenvereinsführer heraus.

Der ÖAV betreut 225 Schutzhütten (Stand: März 2025). Mit etwa 13.000 Schlafplätzen, im Sommer ca.1550 Arbeitsplätzen und jährlich etwa einer Million Besucher ist der ÖAV der größte Beherbergungsbetrieb in Österreich. Die Hütten sind durchwegs saisonell – aber meist langfristig – in Pacht an einen Hüttenwirt vergeben, der den Wirtschaftsbetrieb aufrechterhält und meist auch die Funktion des Hüttenwarts innehält.

Zu den Hütten des ÖAV siehe: Liste der Hütten des Österreichischen Alpenvereins sowie Liste von Schutzhütten in den Alpen

Daneben hat der ÖAV Verträge mit privaten Quartiergebern, die als ÖAV-Vertragshäuser vergünstigte Übernachtungen für Mitglieder anbieten.

Der Österreichische Alpenverein betreut in Österreich rund 26.000 Kilometer markierte Bergwege, Wanderwege, Klettersteige und eine Vielzahl von Klettergärten. Rechnet man die vom Deutschen Alpenverein in Österreich betreuten Wege dazu, sind es gut 40.000 km. Die Wege und Klettersteige werden von ehrenamtlichen Funktionären in deren Freizeit kostenlos betreut. Für diese Wege trägt der Verein die Wegehalterhaftung und die Erhaltungskosten. Dieses Wegenetz erhöht die Sicherheit der Bergwanderer und ist eine wesentliche Voraussetzung für den Bergsport und den Sommertourismus. Darüber hinaus sind die markierten Wege eine effektive Besucherlenkung.

Besitzungen sowie Natur- und Umweltschutz

Der Alpenverein besitzt über 400 km² Grund. Dieser wurde seit dem frühen 20. Jahrhundert erworben, um alpine Schutzgebiete zu bilden, oder geht auf Schenkungen zurück. Damit ist der ÖAV einer der größten Grundbesitzer in Österreich überhaupt. Ein Gutteil dieser Gründe, etwa 330 km², liegt im heutigen Nationalpark Hohe Tauern, Österreichs erstem Nationalpark, wo der ÖAV den größten Gebietsanteil stellt, und der ohne den Verein nicht entstanden wäre. So gehören beispielsweise mit die prominentesten Berge Österreichs, der Großglockner und der Großvenediger, in ihrem Gipfelbereich umfassend dem Verein, ebenso die Krimmler Wasserfälle. Ein weiterer Erfolg war 1988 der Ankauf von acht Quadratkilometer Grund an der Hochalmspitze, der ÖAV verhinderte damit die Errichtung eines Gletscherskigebiets. Die Gegend gehört heute ebenfalls zum Nationalpark.

Mit weiteren Engagements, wie Bemühen um sanften Tourismus, Bewusstseinsbildung, der Aktion „Saubere Berge“ (seit 1970), dem Umweltgütesiegel für Alpenvereinshütten (seit 1994), Bergwaldprojekten und Zusammenarbeit mit anderen Institutionen gehört der ÖAV zu den wichtigsten Umweltorganisationen des Alpenraums. Er wurde nach dem UVP-G 2000 anerkannt, sodass er bei Eingriffen im alpinen Landschaftsraum Parteienstellung bei Umweltverträglichkeitsprüfungen hat. Seit 1980 gibt es auch eine eigene Fachabteilung Raumplanung-Naturschutz, die sich um geographisch-politische Belange der Vereinsabsichten kümmert.

Der Alpenverein veranstaltet ständig Ausbildungskurse für die Tourenführer, Jugendführer und Funktionäre der einzelnen Sektionen, die das Erlernte an die Mitglieder weitergeben.

Seit dem Zweiten Weltkrieg befindet sich die umfangreiche Sammlung des Alpenvereins im Alpenverein-Museum Innsbruck. Seit dem Umzug des Alpenvereinshauses 2008 sind jedoch keine eigenen Ausstellungsräume mehr vorhanden, Teile der Sammlung werden für Sonderausstellungen außer Haus verliehen.

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