Émile-Louis-Fortuné Pessard (* 29. Mai 1843 in Paris; † 10. Februar 1917 ebenda) war ein französischer Komponist.
Émile Pessard gehörte zu den ersten Schülern der von Louis Niedermeyer in Paris gegründeten Musikschule. Er hatte dort Unterricht in Harmonielehre bei Pierre-Louis Dietsch, Orgelunterricht bei Clément Loret und Kompositionsunterricht bei Niedermeyer. Danach studierte er am Pariser Konservatorium bei François Bazin und Michele Carafa. 1866 gewann er den Premier Grand Prix de Rome mit der Kantate Dalila, die im Folgejahr auch an der Pariser Oper aufgeführt wurde.
Nach dem mit dem Preis verbundenen Romaufenthalt ließ sich Pessard in Paris nieder, wo er als erfolgreicher Opernkomponist wirkte. Daneben komponierte er zahlreiche Lieder und Chorwerke, Kammermusik, Orchesterwerke und Kirchenmusik.
Außerdem war Pessard Inspektor für den Gesangsunterricht an den städtischen Schulen von Paris und seit 1881 Professor für Harmonielehre am Konservatorium. Hier unterrichtete er u. a. Maurice Ravel, Gustave Charpentier und Jacques Ibert.
La Cruche cassée, Oper in einem Akt, 1870
Le char, komische Oper in einem Akt, Libretto: Alphonse Daudet und Paul Arène, 1878
Le Capitaine Fracasse, Oper nach dem Roman von Théophile Gautier, 1885
Tartarin sur les Alpes, Oper, 1888
Les Folies amoureuses, komische Oper, 1891
Mam’zelle Carabin, komische Oper, 1893
L’Armée des vierges, Oper, 1902
Joyeusetés de bonne compagnie, Liedersammlung
Ne la réveillons pas für dreistimmigen Chor
J’ai dit mon cœur Lied nach Alfred de Musset
Les yeux, Lied nach Sully Prudhomme
Pourquoi grandir?, Lied nach Octave Pradels
Prière de l’Enfant à son réveil, Lied nach Alphonse de Lamartine
Roses de Noël, Lied nach Jules Tardieu