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United States Secret Service

Strafverfolgungsbehörde des US-Department of Homeland Security

6 min01/01/2024
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Der United States Secret Service – oft schlicht als Secret Service bezeichnet und mit dem Kürzel USSS versehen – ist eine der bekanntesten Strafverfolgungsbehörden der Vereinigten Staaten. In der Öffentlichkeit ist er vor allem durch eine Aufgabe bekannt: den Schutz des amerikanischen Präsidenten. Doch die Geschichte dieser Behörde ist weit vielschichtiger und reicht in eine Zeit zurück, in der von einem Präsidentenschutz noch keine Rede war.

Gegründet wurde der Secret Service am 5. Juli 1865 in Washington, D.C., und zwar mit einem einzigen, klar definierten Auftrag: die Bekämpfung von Geldfälschung. Der Zeitpunkt war nicht zufällig gewählt. Am Ende des Bürgerkriegs schätzten Experten, dass bis zu einem Drittel aller im Umlauf befindlichen amerikanischen Banknoten gefälscht waren – ein Ausmaß, das das Vertrauen in die junge Währung des Landes fundamental untergrub. Die neue Behörde wurde daher dem Finanzministerium unterstellt, das sie von Anfang an kontrollierte.

In den folgenden Jahrzehnten expandierte der Aufgabenbereich des Secret Service weit über die ursprüngliche Kernaufgabe hinaus. Da es lange Zeit keine eigenständige Bundesermittlungsbehörde gab – das FBI existierte noch nicht –, war der Secret Service faktisch die einzige Organisation auf Bundesebene, die landesweit Ermittlungen in Kriminalfällen führen durfte. Diese Ausweitung seiner Kompetenzen führte zu erstaunlichen Einsätzen. So wurden Special Agents des Secret Service unter der Leitung des Justizministers in den Jahren 1870 und 1871 genutzt, um den Ku-Klux-Klan zu zerschlagen – eine Aufgabe, die mit Geldfälschung nichts gemein hatte, aber mangels anderer Behörden auf dem Secret Service lastete.

Ein einschneidendes Ereignis veränderte die Behörde grundlegend: die Ermordung von Präsident William McKinley im Jahr 1901. Es war ein Schock für die Nation, der deutlich machte, dass der höchste Würdenträger des Landes keinerlei formellen institutionellen Schutz genoss. Zwar hatten Agenten des Secret Service bereits seit der Amtszeit von Präsident Grover Cleveland informell zum Schutz der Präsidenten beigetragen, und auch am Tag des Attentats auf McKinley waren drei Agenten zugegen gewesen. Doch es hatte keine gesetzliche Grundlage für diese Aufgabe gegeben.

Nach McKinleys Tod handelte der Kongress. Er übertrug dem Secret Service formal und ausdrücklich die Zuständigkeit für den Schutz des Präsidenten. Dass die Wahl auf den Secret Service fiel und nicht etwa auf die US Marshals, die ebenfalls bereits Schutzaufgaben übernommen hatten, lag vor allem an einer praktischen Erwägung: Der Secret Service existierte als zentrale Bundesbehörde, während der US Marshals Service damals noch keine entsprechende zentrale Struktur besaß. Man wollte eine klare, gesetzlich verankerte Verantwortlichkeit schaffen – und der Secret Service war dafür am besten geeignet.

Im Jahr 1908 wurde dann das weitreichende "Ausleihen" von Secret Service-Agenten für alle möglichen Bundesermittlungen per Gesetz verboten. Die Behörde konzentrierte sich fortan ausschließlich auf zwei Kernbereiche: die Bekämpfung von Finanzkriminalität und den Personenschutz für den Präsidenten. Diese Fokussierung prägt die Behörde bis heute.

Einen bemerkenswerten Ermittlungserfolg erzielte der Secret Service im Jahr 1910, als es gelang, einen sizilianischen Falschgeldring in New York City aufzudecken und zu zerschlagen. Die Hauptakteure dieses Ringes waren Ignazio Saietta und Vito Cascio Ferro – Männer mit engen Verbindungen zur organisierten Kriminalität. Dieser Fall zeigte exemplarisch, wie ernst die Behörde ihre ursprüngliche Mission der Geldfälschungsbekämpfung nahm.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wuchs der Schutzauftrag des Secret Service erheblich. Heute schützt die Behörde nicht nur den Präsidenten selbst, sondern auch den Vizepräsidenten, deren Familien, ehemalige Präsidenten und deren Ehegatten sowie bestimmte Kandidaten für die beiden höchsten Ämter im Staat. Darüber hinaus genießen ausländische Staatsoberhäupter bei Besuchen in den Vereinigten Staaten den Schutz der Behörde.

Die uniformierten Beamten des Secret Service übernehmen außerdem den Schutz ausländischer Botschaften und diplomatischer Vertretungen in Washington. Bei Großveranstaltungen von nationaler Bedeutung – vom Super Bowl bis zur jährlichen Generalversammlung der Vereinten Nationen – trägt die Behörde die Verantwortung für die Sicherheit.

Bis zum 1. März 2003 war der Secret Service dem Finanzministerium unterstellt. Mit der Neuordnung der amerikanischen Sicherheitsarchitektur nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde er dem neu geschaffenen Ministerium für Innere Sicherheit, dem Department of Homeland Security, angegliedert. Diese organisatorische Verlagerung spiegelte eine veränderte Sicherheitslage wider, in der die Grenzen zwischen verschiedenen Bedrohungsszenarien zunehmend verschwammen.

Die Agenten des Secret Service sind bei ihrer Schutzarbeit schwer bewaffnet und arbeiten eng mit lokalen Polizeibehörden und militärischen Einheiten zusammen. Ihre Ausbildung gilt als eine der intensivsten unter allen amerikanischen Strafverfolgungsbehörden, und ihre Präsenz um die Schutzpersonen herum ist nahezu lückenlos. Über 160 Jahre nach seiner Gründung als anti-Falschgeld-Behörde ist der Secret Service heute ein Symbol für staatliche Schutzverantwortung auf höchstem Niveau.

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