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Roberto Marcelo Levingston

Argentinischer Militär und war de facto Staatspräsident der Republik Argentinien (1970–1971)

4 min01/01/2024
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Roberto Marcelo Levingston Laborda wurde am 19. Januar 1920 in San Luis, Argentinien, geboren und zählt zu jenen Figuren der argentinischen Geschichte, deren Herrschaft ebenso abrupt endete, wie sie begonnen hatte. Als Militär aufgestiegen, war er vom 18. Juni 1970 bis zum 22. März 1971 de facto Staatspräsident der Republik Argentinien – eine kurze, turbulente Amtszeit, die das Land nicht zur Ruhe kommen ließ.

Argentinien befand sich in den späten 1960er Jahren in einer tiefen politischen Krise. Das Land wurde von einer Militärjunta unter Juan Carlos Onganía regiert, der seit 1966 an der Macht war. Onganía versuchte, Argentinien durch autoritäre Modernisierung zu stabilisieren, doch sein Kurs stieß auf wachsenden Widerstand in der Bevölkerung.

Der entscheidende Wendepunkt kam im Jahr 1969. Volksaufstände, allen voran der sogenannte Cordobazo im Mai 1969, erschütterten die Herrschaft Onganías fundamental. Die Arbeiter und Studenten der Industriestadt Córdoba erhoben sich in einem spontanen Aufruhr, der die Schwäche des Regimes für alle sichtbar machte. Die Junta verlor spürbar an Legitimität und Handlungsfähigkeit.

Als Konsequenz dieser Entwicklung entschloss sich Alejandro Agustín Lanusse, der zu diesem Zeitpunkt das Oberkommando der Streitkräfte innehatte, zum Handeln. Im Juni 1970 setzte Lanusse Staatspräsident Onganía ab und ernannte an seiner Stelle General Roberto Marcelo Levingston zum neuen Staatsoberhaupt. Levingston war kein prominenter Politiker, sondern ein Militär, der als beherrschbar und loyal galt.

Doch die Hoffnung, mit Levingston einen ruhigeren Kurs einschlagen zu können, trog. Die sozialen Spannungen im Land blieben hoch, und auch unter dem neuen Staatspräsidenten kam es zu erneuten Unruhen und Aufständen. Levingston versuchte zwar, gewisse wirtschaftliche und politische Reformen anzustoßen, doch sein Gestaltungsspielraum war von Anfang an eng begrenzt.

Schon nach weniger als einem Jahr Amtszeit verlor Levingston die Unterstützung der mächtigen Militärfraktionen, die ihn ins Amt gebracht hatten. Ende März 1971 – nach kaum neun Monaten – wurde er erneut von Alejandro Agustín Lanusse abgelöst. Lanusse übernahm nun selbst die Präsidentschaft und leitete schließlich den Übergang zu Neuwahlen ein, die 1973 Juan Perón zur Rückkehr verhalfen.

Roberto Marcelo Levingston lebte nach seiner Absetzung als weitgehend vergessene Figur. Er starb am 17. Juni 2015 in Buenos Aires, fast 95 Jahre alt, als stiller Zeuge einer argentinischen Geschichte voller Militärputsche und gescheiterter Übergangslösungen. Seine kurze Präsidentschaft steht exemplarisch für die Instabilität jener Ära, in der Argentinien zwischen Diktatur, Volksaufbegehren und dem Machtkampf innerhalb des Militärs hin- und hergeworfen wurde.

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