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Michel Ney

Französischer General

6 min01/01/2024
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Michel Ney wurde am 10. Januar 1769 in Saarlouis geboren, einer französischen Exklave, in der er zweisprachig aufwuchs. Als zweiter Sohn des Böttchers Pierre Ney und seiner Frau Margarethe Grewelinger entstammte er einfachen Verhältnissen. Er besuchte das örtliche Augustinerkolleg – heute das Gymnasium am Stadtgarten – bis er mit 13 Jahren die Schule verließ. Es folgten eine Lehre als Notariatslehrling, eine Anstellung als Schreiber bei der Staatsanwaltschaft und schließlich eine Stelle bei der Dillinger Hütte.

Im Jahr 1788, ein Jahr vor Ausbruch der Französischen Revolution, trat Michel Ney als einfacher Soldat in das Régiment Colonel-Général hussards ein. Erste Erfahrungen in der Verwaltung begünstigten seine frühe Beförderung: Zum 1. Januar 1791 wurde er Verwaltungsunteroffizier. Was folgte, war einer der steilsten Aufstiege in der Geschichte des französischen Militärs.

Während des Ersten Koalitionskrieges von 1792 bis 1797 durchlief Ney nahezu alle Dienstgrade in rascher Folge: Wachtmeister, Kompaniewachtmeister, Eskadronswachtmeister, Leutnant, Oberleutnant – alles innerhalb eines einzigen Jahres 1792. Ab 1793 fand er Verwendung in höheren Stäben, machte sich aber auch als Führer kleiner Verbände einen Namen. 1794 stieg er abermals rasch auf: zum Rittmeister, dann Eskadronchef, schließlich zum Generaladjutanten mit dem Rang eines Brigadechefs. Unter den Generalen Jourdan und Kléber diente er als Stabschef und draufgängerischer Kommandeur der Vorhut.

Im Frühjahr 1797 geriet Ney während eines Gefechts unweit Gießens in österreichische Gefangenschaft. Auf Initiative General Hoches wurde er jedoch innerhalb weniger Tage ausgetauscht. 1799 nahm er zu Beginn des Zweiten Koalitionskrieges die Stadt Mannheim ein und kämpfte danach unter Masséna in der Schweiz sowie unter Moreau in Deutschland. Am 13. September 1801 wurde er in die Feldloge La Candeur aufgenommen.

Nach dem Frieden von Lunéville reiste Ney als Gesandter in die Schweiz, wo er am 19. Februar 1803 den Frieden und die Mediationsakte abschloss – ein politischer Erfolg, der seine Fähigkeiten über das militärische Feld hinaus bezeugte. Anlässlich seiner Kaiserkrönung ernannte Napoleon I. Ney 1804 zum Marschall des Empire, einer der bedeutendsten militärischen Ehrungen, die das neue Frankreich zu vergeben hatte.

Im Feldzug von 1805 eröffnete Ney als Befehlshaber eines Armeekorps die Operationen. Einheiten seines Korps schlugen die Österreicher bei Günzburg am 9. Oktober. Es folgte der Sieg in der Schlacht bei Elchingen am 14. Oktober 1805 und die Kapitulation von Ulm durch den österreichischen General Karl Mack von Leiberich. Für diesen Triumph wurde Ney am 6. Juni 1808 zum „Herzog von Elchingen" im napoleonischen Adel erhoben.

Im Krieg von 1806 und 1807 erwarb sich Ney weitere Lorbeeren. Als Führer des VI. Korps trug er außerordentlich zu den Siegen Napoleons bei, besonders durch die energische Verfolgung der geschlagenen preußischen Armee nach der Schlacht bei Jena. Erfurt und Magdeburg ergaben sich ihm. 1807 kämpfte er bei Eylau und Friedland gegen Russen und Preußen. Diese Feldzüge festigten seinen Ruf als unerschrockensten unter den Marschällen – Napoleon selbst nannte ihn „le brave des braves", den Tapfersten der Tapferen.

1808 begleitete Ney den Kaiser nach Spanien. Der Halbinselfeldzug erwies sich jedoch als schwierige Prüfung. 1811 geriet er mit Marschall Masséna in erbitterten Streit über den weiteren Feldzugsplan und wurde schließlich seines Kommandos enthoben. Diese Episode zeigte, dass Neys außergewöhnliche militärische Tugenden mitunter von unbeugsamer Eigenwilligkeit begleitet wurden.

Im Russlandfeldzug von 1812 befehligte Ney das III. Korps der Grande Armée und erhielt nach der verheerenden und zugleich heldenhaften Rolle, die er beim Rückzug spielte, den Titel eines Fürsten von der Moskwa. Beim Rückzug aus Moskau führte er die Nachhut und hielt die russische Armee in Schach – eine Leistung, die ihm unsterblichen Ruhm einbrachte.

Nach Napoleons Abdankung und der Restauration der Bourbonen diente Ney zunächst dem neuen Regime. Als Napoleon jedoch 1815 von Elba zurückkehrte und Ney mit einem Heer entsandt wurde, ihn aufzuhalten, lief Ney zu seinem früheren Kaiser über. Nach der vernichtenden Niederlage bei Waterloo fiel Ney in die Hände der königlichen Justiz. Am 7. Dezember 1815 wurde er in Paris als Verräter erschossen. Er wurde 46 Jahre alt. Sein Schicksal gilt bis heute als eines der tragischsten Beispiele für den Sturz eines Helden am Ende einer Ära.

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