biografias

Liselotte Landbeck

Österreichische Eiskunstläuferin

4 min01/01/2024
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Liselotte Landbeck war eine der außergewöhnlichsten Sportlerinnen ihrer Generation – eine Frau, die sowohl im Eisschnelllauf als auch im Eiskunstlauf zu den besten der Welt gehörte und deren Leben von sportlicher Brillanz, biographischen Umbrüchen und einem Hauch Skandal geprägt war.

Sie wurde am 13. Januar 1916 in Wien geboren und wuchs in einer Zeit auf, in der der Frauensport gerade begann, aus dem Schatten der männlichen Dominanz zu treten. Ihr außergewöhnliches Talent auf dem Eis zeigte sich früh und führte sie in beide großen Disziplinen des Eisports: den Eisschnelllauf und den Eiskunstlauf. Eine solche Doppelbegabung war selbst für den damaligen Sport selten.

Im Eisschnelllauf schrieb Landbeck Geschichte: 1933 gewann sie in Oslo die erste inoffizielle Weltmeisterschaft für Damen, eine historische Premiere für den Fraueneisschnelllauf. Damit wurde sie zur Protagonistin eines aufblühenden Sports, der noch um internationale Anerkennung rang. Zudem stellte sie mehrere Weltrekorde auf, sowohl über 500 Meter als auch über 1000 Meter – eine Rekordmarke über 1000 Meter, die sie am 22. Januar 1933 in Davos mit einer Zeit von 1:48,5 Minuten setzte.

Im Eiskunstlauf war sie nicht weniger erfolgreich. 1934 und 1935 wurde sie österreichische Meisterin in der Damenkonkurrenz und nahm von 1932 bis 1936 an allen Europameisterschaften teil. 1934 in Prag und 1935 in St. Moritz holte sie Silber und wurde Vizeeuropameisterin – jeweils hinter der überragenden Norwegerin Sonja Henie, die in dieser Zeit die Eiskunstlaufwelt dominierte wie kein anderer Mensch zuvor oder danach. Bei den Weltmeisterschaften 1933 in Zürich und 1934 in Oslo trat Landbeck ebenfalls an und gewann bei den Weltmeisterschaften 1934 in Oslo die Bronzemedaille, wiederum hinter Henie und der Engländerin Megan Taylor.

Im Jahr 1935 heiratete Landbeck den belgischen Eiskunstläufer Robert Verdun in Wien und zog mit ihm in seine Heimat. Dieser Schritt bedeutete auch einen nationalen Wechsel: Bei ihrer einzigen Olympiateilnahme, den Winterspielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen, startete sie nun unter belgischer Flagge. Sie schloss die Olympischen Spiele auf dem vierten Platz ab – ein beachtliches Ergebnis, das jedoch knapp am Podest vorbeischrammte.

Ihr Leben geriet Jahrzehnte später noch einmal in die Schlagzeilen, als der belgische Historiker Leo van Audenhaege bei der Veröffentlichung seines Buches Van Küssnacht naar Argenteuil im Februar 2011 behauptete, Landbeck habe von 1939 bis 1940 eine Affäre mit dem belgischen König Leopold III. gehabt. Aus dieser Verbindung sei laut Audenhaege eine Tochter namens Ingeborg entstanden. Das belgische Königshaus äußerte sich zu diesen Behauptungen nicht.

Liselotte Landbeck lebte noch bis ins hohe Alter und verstarb am 15. Februar 2013 in Quintal im Département Haute-Savoie in Frankreich, kurz nach ihrem 97. Geburtstag. Ihr sportliches Erbe ist das einer Pionierin: eine Frau, die in zwei Disziplinen zugleich Weltklasse war und damit einen Maßstab setzte, der ihrer Zeit weit voraus war.

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